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Frau pflückt Tomaten Video
Äthiopien produziert Gemüse für Hotels in Dubai (Beitrag vom 6. Oktober 2015)
Die neuen Kolonialherren
Film kritisiert "Landraub" in Entwicklungsländern
Mit dem Film "Landraub" will der Regisseur Kurt Langbein auf die massiven Aufkäufe von Ackerland in Entwicklungsländern durch Großkonzerne aufmerksam machen.
"Seit der Finanzkrise hat das große Geld, das Finanzkapital, den Agrarsektor wirklich entdeckt. Und das ist ziemlich katastrophal für unsere Welt, denn die großen Investoren ziehen mit Mega-Investitionen in die Länder ein, vertreiben die Kleinbauern", meint Langbein. "Das heißt, die Sozialstruktur wird zerstört, die ökologische Struktur wird zerstört. Und wenn das so weiter geht, dann drohen uns Völkerwanderungen in einem Ausmaß, wie die jetzigen Flüchtlingswellen nur ahnen lassen."

Studie warnt vor Folgen von "Landgrabbing"
Auch das katholische Hilfswerk Misereor warnt vor den Folgen von "Landgrabbing" in Afrika. Langfristige Pachtverträge oder der Ankauf großer Agrarflächen durch internationale Konzerne setzten in vielen Ländern die Einwohner unter Druck und gefährdeten den Zugang zu Nahrung, heißt es in einer Studie der Organisation.

Der 67-seitige Bericht "A Right to Food Perspective" ("Das Recht auf Nahrung im Blickpunkt") widmet sich der Situation in Tansania. Das ostafrikanische Land ist nach Angaben von Misereor in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus international tätiger Konzerne gerückt. Zugleich mehrten sich die Klagen von Kleinbauern über Landverluste und Repressionen durch Firmenvertreter und Behörden. Konkret kritisiert das Hilfswerk, das seit seiner Gründung 1958 in der Region aktiv ist, die mit der Unterstützung von führenden Wirtschaftsnationen, darunter Deutschland, 2010 ins Leben gerufene Initiative "Southern Agricultural Growth Corridor of Tanzania" (SAGCOT).

Auf einem Gebiet von der Größe Italiens will die tansanische Regierung ausgehend von der Hafenstadt Daressalam bis zur Grenze von Sambia im Süden die Ansiedlung privater Unternehmen voranbringen, um die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern. Gleichzeitig sollen Jobs geschaffen werden und die Anwohner der umliegenden Städte und Dörfer neue Verdienstmöglichkeiten erhalten. Die Studie zeige auf, "dass Kleinbauern bislang kaum von den Produktionssteigerungen und den in Aussicht gestellten Zugängen zu nationalen und internationalen Absatzmärkten profitieren und häufig ihr Land durch die Schaffung von Großplantagen verlieren", sagte Kerstin Lanje von Misereor.

SAGCOT-Geschäftsführer Geoffrey Kirenga wies die Vorwürfe auf Anfrage zurück. "Wir wollen keine Inseln des Wohlstands in einem Meer von Armut schaffen." Vielmehr müssten sich alle der inzwischen 84 SAGCOT-Partner auf die drei Hauptziele verpflichten: die Nahrungsmittelsicherheit zu erhöhen, Kleinbauern mit einzubeziehen und umweltfreundlich zu produzieren.

Einer der Mitautoren der Studie, Benedict Mongula, befürchtet unterdessen, dass sich die Konflikte um Landnutzung in Tansania künftig weiter zuspitzen. Der Soziologe an der Universität von Daressalam sprach von einer drohenden Krise.

"Angesichts der Tatsache, dass die Bevölkerung weiter wächst, wird es langfristig einen Landmangel geben", so Mongula. "Wenn dann Hirten und Kleinbauern um die wenigen Ackerflächen kämpfen, die von den Investoren noch übrig gelassen wurden, werden wir ein Problem bekommen."

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© apVideoRosen für die Welt statt Gemüse für Afrika
Äthiopien verkauft zunehmend Ackerflächen an Investoren aus Industrieländern. Die Kleinbauern haben das Nachsehen. (Beitrag vom 20. April 2015)
Link
Misereor-Studie "A Right to Food Perspective" als PDF-Dokument (Englisch)
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VideoAckerland wird immer kostbarer
Jedem Menschen steht immer weniger Ackerfläche zur Verfügung. Waren es 1950 noch 0,56 Hektar pro Person, werden es 2050 nur 0,15 Hektar sein.
Infografik
LupeDer Hunger der Welt
Weltweit ist nach einer Studie jeder achte Mensch nicht ausreichend ernährt. Zudem beinträchtige die Ressourcenknappheit in den Entwicklungsländern den Kampf gegen den Hunger, heißt es im Welthunger-Index (WHI) 2012.
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