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© dpa Lupe
Der Saal der Kapitulation im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst
Duale Sicht
Deutsch-Russisches Museum wiedereröffnet
Mit einer neuen Dauerausstellung ist am 24. April 2013 in Berlin das Deutsch-Russische Museum nach knapp einjähriger Schließung wiedereröffnet worden. Es gebe kaum andere Orte, die so geeignet sind, den Krieg mit der Sowjetunion zu dokumentieren, erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). In den heutigen Museumsräumen war im Mai 1945 die deutsche Kapitulation besiegelt worden.
Die grundlegend überarbeitete Ausstellung informiert künftig auf mehr als 1000 Quadratmetern über den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion von 1941 bis 1945 sowie über die Kriegsfolgen und die Erinnerung daran in Deutschland, der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten. Die neue Dauerausstellung kostete 2,1 Millionen Euro, die weitgehend vom Bund getragen wurden. Herzstück des Museums ist der weitgehend original erhaltene historische "Kapitulationssaal" im Erdgeschoss des heutigen Museumsgebäudes. Im Garten stehen einige Panzer und andere "Militärtechnik". Die Sowjetunion verlor den Angaben zufolge durch den Krieg annähernd 27 Millionen Menschen, davon etwa 14 Millionen Zivilisten. Das Haus in Trägerschaft eines Vereins wird aus dem Etat des Kulturstaatsministers mit 900.000 Euro jährlich gefördert.

© dpa Lupe
Neben zahlreichen Objekten werden auch individuelle Lebenswege gezeigt.
Nach 17 Jahren sei die bisherige Dauerausstellung an den aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand angepasst worden, erklärte Museumsdirektor Jörg Morré. Besonderes Charakteristikum des Deutsch-Russischen Museums sei die "duale Erzählweise bei der Darstellung der historischen Ereignisse".

Der Krieg wird aus der Sicht der deutschen und der sowjetischen Akteure dokumentiert. So werden dem Besucher auch sowjetische Reaktionen auf die deutsche Kriegführung nahegebracht, etwa bei der Verteidigung der belagerten Stadt Leningrad. Neben zahlreichen neuen Objekten präsentiert die Ausstellung künftig auch individuelle Lebenswege. Zu sehen sind 15 kurze Filme zu einzelnen Personen, deren Leben mit den gezeigten historischen Ereignissen verbunden ist. Dabei wird auch an die verschiedenen Opfergruppen wie Juden, sowjetische Kriegsgefangene, Zivilisten, Parteifunktionäre, Roma und Patienten von Pflegeanstalten in der Sowjetunion erinnert.

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Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr