Aufgewachsen ist Mohammad Baharloo in der iranischen Hafenstadt Abadan an der Grenze zum Irak. Als Junge arbeitete er in der größten Erdölraffinerie der Welt. Baharloo ist ein "Homme de lettre", aber er hat nie eine Universität besucht. 1980, ein Jahr nach der islamischen Revolution, veröffentlichte er seinen ersten Band mit Erzählungen. Daraufhin wurde er verhaftet. Im Iran-Irak-Krieg musste er vor den Bomben Saddams fliehen. Das war eine prägende Erfahrung, auch für seine Literatur. "Ich sah einen Mensch, der etwas in der Hand hielt und auf uns zulief", berichtet Baharloo. "Plötzlich fiel er um und wir sahen, er hielt seine abgeschossene Hand hoch und schrie. (…) einem Soldaten steckte eine Panzerfaust in der Schulter und war noch nicht explodiert. So etwas habe ich bisher weder in einem Film gesehen noch in einem Roman gelesen. Später habe ich diese schreckliche Erfahrung in meinem Roman verarbeitet, der allerdings noch nicht erschienen ist."