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Sendung am 4. August
China-Beben
Der "Made in China"-Boom hat China reich und mächtig werden lassen und über ein Drittel zum globalen Wirtschaftswachstum beigetragen. Doch Chinas Erfolgsformel - billige, einfache Produkte für die Welt - zieht nicht mehr.
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Vorschau
Sendung am 11. August
Bye-bye Bargeld
Der totale bargeldlose Zahlungsverkehr rückt näher. Der amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff erklärt gegenüber dem Wirtschaftsmagazin makro, warum er die weitgehende Bargeld-Abschaffung für eine gute Sache hält.
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Fluglärm: Volle Dröhnung [>> Bericht ansehen] © pr Video
Fluglärm: Volle Dröhnung [>> Bericht ansehen]
Der Ausbau des wichtigen Drehkreuzes Frankfurt erhöht die Lärmbelastung der Region massiv. Eine Lösung ist zwar in Sicht. Leider erst in ferner Zukunft.

Studie sorgt für Unruhe
Körperverletzung durch Fluglärm
Dass Lärm krank macht, ist für jeden Geschädigten ein klarer Fall. Tatsächlich? Schon - aber weisen Sie das mal nach! Eine Studie der Uni Mainz erbringt jetzt erstmals den direkten Beweis.
In Frankfurt geht es um wirtschaftliche Interessen: Der Flughafen ist ein riesiger Arbeitgeber, eine Handelsdrehscheibe, ein wichtiges Dienstleistungszentrum. Rund um Frankfurt geht es aber auch um gesundheitliche Interessen von zigtausend Anwohnern des Airports: Verschiedene Gutachten und statistische Untersuchungen sehen einen Zusammenhang von Lärm und Bluthochdruck, Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Wer dauerhaft Fluglärm ausgesetzt sei, trage ein höheres Krankheitsrisiko.

Macht Fluglärm krank? Der Bremer Gesundheitsökonom Eberhard Greiser prognostiziert, dass allein im Bereich des Frankfurter Flughafens bis zum Jahr 2021 mehr als 23.000 zusätzliche Krankheitsfälle entstehen könnten, die auf den Krach vom Airport zurückzuführen sind. Er stützt sich dabei auf eine statistische Auswertung von Krankenkassendaten von mehr als einer Million Versicherter im Bereich des Flughafens Köln/Bonn, die er auf die Frankfurter Situation übertragen hat.

Objektiver Nachweis bislang schwierig
Lärmgeplagte wehren sich nicht nur mit Protestkundgebungen und Plakataktionen. Einige erstatteten Strafanzeigen wegen gesundheitsschädlichen Fluglärms etwa gegen Fraport-Chef Stefan Schulte oder gegen einzelne Flugkapitäne. In der Vergangenheit blieben solche Vorstöße allerdings erfolglos. Das könnte sich womöglich bald ändern.


Viele Betroffene sehen persönlich einen direkten Zusammenhang zwischen dem Fluglärm und ihrem Bluthochdruck oder ihren Herzbeschwerden; für sie sind die dröhnenden Flugzeuge selbstverständlich die Ursache ihre körperlichen Probleme. Aber im Einzelfall ist der objektive Nachweis eines tatsächlichen Zusammenhangs bislang schwierig: Schließlich beeinflussen auch andere äußere Faktoren und Verhaltensweisen, etwa mangelnde Bewegung oder falsche Ernährung, den menschlichen Organismus.

Was sagt die Medizin?
Lange fehlte ein medizinischer Beleg für den Wirkungszusammenhang von Lärm und Gesundheitsschäden. Eine Studie der Universität Mainz lieferte 2013 die medizinische Erklärung, auf welche Weise nächtlicher Fluglärm Krankheiten verursachen kann. "Diese Studie zeigt ganz konkret auf, wie und bei welchen Schallpegeln Gefäßschäden entstehen", hebt der Mainzer Chef-Kardiologe Prof. Thomas Münzel die Bedeutung der Forschungsergebnisse hervor.

Es konnte der Nachweis erbracht werden, dass in gleicher Weise wie die Fluggeräusche zunehmen, die Erweiterungsfähigkeit der Arterien abnimmt und sich eine sogenannte endotheliale Dysfunktion entwickele. Nächtlicher Fluglärm sei deshalb als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen zu bewerten.

Die Universität Mainz selbst, deren Klinikum in der Einflugschneise des Frankfurter Airports liegt, hatte schon 2012 erklärt, Fluglärm erfülle den Tatbestand der Körperverletzung. Die jüngsten Studienergebnisse könnten womöglich ein Schritt sein, dies künftig auch im Einzelfall vor Gericht nachzuweisen.

Sauber und leise durch die Luft
Flugzeug Video
Das europäische Forschungsprogramm "Clean Sky" für sauberere und leisere Flugzeuge soll bis zum Jahr 2020 ausgebaut werden.
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Sendedaten
Freitag, 11. Juli 2014, 21.00 Uhr
Lärm: Reden Sie mit!
© dpaAlle schimpfen über Lärm. Doch wer macht ihn? Wir! Wir fahren mit dem Auto und fliegen mit dem Flugzeug. Selbst unsere Onlinebestellungen verursachen Lärm. Vor allem nachts. Diskutieren Sie mit!
Thema der Sendung: Lärm
Teurer Lärm
Lärm ist die am meisten unterschätzte Umweltgefahr. Denn Lärm macht krank, das ist erwiesen. Und Lärm ist teuer, seine Folgen belasten das Gesundheitswesen, mindern den Wert von Immobilien und sorgen für Einbußen beim Tourismus.
Info
Unterentwickelter Lärmschutz
"Die gesetzliche Regelung der Fluglärmproblematik im Luftverkehrsrecht ist unterentwickelt. Das LuftVG enthält keine Grenzwerte für Fluglärm. Das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) ist auf Flugplätze ausdrücklich nicht anwendbar. Anders als bei Lärm durch Straßen- und Schienenverkehr, der mit der Verkehrslärmschutzverordnung zum BImSchG (16. BImSchV) eine Regelung erfahren hat, existieren für Fluglärmimmissionen keine vergleichbaren Vorgaben. (…) Der Gesetzgeber sollte Immissionsgrenzwerte für Fluglärm zum Schutz der Flughafenanwohner normieren."
(Sondergutachten Sachverständigenrat für Umweltfragen, März 2014)
Interaktiv
Erfahren Sie mehr über die Folgen von Lärm im Alltag in unserer Animation zum Thema Geräusche.
Info
Wann ist Lärm gefährlich?
Die Wahrnehmung von Lärm ist sehr unterschiedlich. Als optimal gelten Lärmwerte von unter 50 Dezibel am Tag und 40 Dezibel in der Nacht. Bereits einen Dauerschallpegel von 55 Dezibel stuft die Weltgesundheitsorganisation WHO als schädlich ein. Mehr als 100 Dezibel gelten als unerträglich, die Schmerzgrenze liegt bei etwa 130 Dezibel. In Wohngebieten nahe des Frankfurter Flughafens werden bei regulärem Tagesbetrieb Werte von rund 85 Dezibel gemessen.