Martin Varsavsky, Mitte Vierzig, Argentinier, in Madrid lebend – und in Paris – Gründer und Weiterverkäufer von vier erfolgreichen Firmen, unter anderem Jazztel, einem spanischen ISP, den er anschliessend der deutschen Telekom verkaufte, ist nun der Kopf einer Bewegung: Fon. Das ist kein neuer Roman von Frank Schätzing, sondern eine geniale Idee: Drahtloses Internet für alle, überall – sofern sie sich der Community anschliessen.
Ganz einfach:
Wer Fonero werden will, registriert sich bei Fon.com und meldet dort seinen Router an. Den gibt es entweder bei Fon für 5 Euro derzeit. Oder man hat schon einen. Wenn man einen bestimmten Router von Linksys oder Buffalo sein eigen nennt, kann diesem eine neue Software aufspielen, und schon gehts los. Diese Software ist Open Source, wie die ganze Fon-Idee.
Wer also Fonero ist, kann andere bei sich mitsurfen lassen. Entweder umsonst, dann ist er ein Linus, oder gegen Geld, dann ist er ein Bill (was übrigens nichts mit Bill Gates zu tun hat, sondern aus dem Englischen “To bill” kommt, abrechnen). Um aber dem Wucher aller kostenpflichtigen Hot Spots dieser Welt Paroli zu bieten, liegt der Surfpreis bei Fon fest: 3 Euro/$ pro 24 Stunden. Die Hälfte geht an Fon. Wer mitsurfen will, aber kein Fonero ist, heisst “Alien” und bezahlt diesen Preis.
Martins Augen leuchten, wenn er von seiner Idee erzählt. Hier haben wir es mit einem Visionär zu tun, einem, der Ideen hat und die Gabe, andere dafür zu begeistern.
“Zu Hause sind wir reich, da haben wir einen schnellen drahtlosen Internetanschluss. Aber wenn wir unterwegs sind, betteln wir um ein bisschen Wi-Fi!” und Fon soll dem ein Ende bereiten.
Am 26.6. wurde die neue Website gelauncht und das Modell des “Bill” in die Tat umgesetzt. In vier Tagen stieg die Zahl der registrierten Foneros um täglich mehr als 2000; Anfang Juli bis auf über 66000. Bis Ende 2007 will man so eine Million Hot Spots weltweit erreichen. Und das bislang ohne richtige Werbung.