Lupe
Geek Cruise - Wenn Nerds verreisen
Geeks unter sich
Geeks haben eine ganz besondere Art, sich Neuem zu nähern und sind dabei auch Entdecker: Genau das tut David Pogue bereits seit den 90er Jahren. Seine “Computer für Dummies” Reihe verkauft sich weltweit. Daneben ist der frühere Broadway Dirigent als Technologie Kolumnist bei der New York Times angestellt, produziert für CBS eine wöchentliche Online-Show, schreibt ein Dutzend Bücher im Jahr und hat gerade seinen ersten Roman für Kinder veröffentlicht – selbstverständlich auch als eBook.
Lupe
Geeks lauschen gebannt den Ausführungen von David Pogue
David Pogue:
Technologie sorgt dafür, dass ich präsenter, kommunikativer und interessierter erscheine, als ich eigentlich bin. Ich bekomme zum Beispiel Hunderte von E-Mails täglich und versuche wirklich, so viele wie möglich davon zu beantworten, aber oft macht das eigentlich ein Makro für mich. Da drücke ich auf eine Taste, und schon stehen da mehrere Absätze, etwa: "Ich bin wirklich froh, dass Sie mich das gefragt haben, denn ich mag eigentlich am Liebsten…" usw. Die Reaktion ist: "Wow, er hat geantwortet". Das habe ich ja auch, und ich hätte so was Ähnliches gesagt. Es ist also nicht gelogen.

Lupe
Bebo White
Stanford Professor Bebo White erforscht die Welt der sozialen Netzwerke – ein wichtiges Thema auch unter den Geeks. Er ist ein Netzwerker der ersten Stunde und startete vor fast 20 Jahren die erste Website der USA. Bebo Whites Seminar ist überschrieben mit dem Titel „Soziales Netzwerken – wie und warum?“. Es geht um die Frage, welche Ziele Nutzer verfolgen und welche die Anbieter und wie man dies auf einen gemeinsamen Nenner bringen kann. Bebo White warnt vor dem Druck, der über soziale Netzwerke aufgebaut werden kann. Will man wirklich jeden zu seinem digitalen Freund machen? Bebo White sieht anders als viele seiner Landsleute auch Risiken im rasanten Wachstum von Plattformen wie Facebook:

Bebo White:
Es hat etwa 400 Millionen Mitglieder. Ich kann das dramatisch ausdrücken und sagen, dass Facebook, wenn es ein Land wäre, das drittgrößte Land der Erde wäre. Und unabhängig davon, wie man Land oder Kultur definiert, agieren diese 400 Millionen Leute jedenfalls alle innerhalb der Grenzen, die Facebook ihnen vorgibt. Und Facebook diktiert, was sie innerhalb dieser Grenzen tun und lassen dürfen. Für mich klingt das wie ein Land, wie eine Regierung. Facebook hat seine eigene Kultur. Da stellt sich die Frage, ob es auch eine ähnliche Verantwortung wie ein Staat trägt.

Für Bebo White bauen Soziale Netzwerke neue Barrieren im Internet auf, Plattform-unabhängige Kommunikaton und selbstbestimmter Austausch von Daten werden immer schwieriger. Eine einfache Lösung hat er nicht parat, aber eine Hausaufgabe: Mit einer von ihm entwickelten Applikation namens FOAFY – das steht für “Friend of a Friend“ – soll jeder ein kleines Profil von sich generieren und es dann ins Netz stellen. Die persönlichen Daten bleiben so unter Kontrolle des Nutzers, können aber für andere Plattformen freigegeben werden.


Lupe
Kapitän PJ van Marek
Einladung auf die Brücke. Auch hier geht heute nichts mehr ohne Hightech. Der holländische Kapitän PJ van Marek fährt seit den 60er Jahren zur See. Während sein erstes Schiff nicht einmal ein Radar hatte, gibt es mittlerweile vollautomatische Funksysteme, selbstverständlich GPS-gestützte Navigation und Echtzeit-Grafiken auf dem Display. So sieht man nicht nur, dass man auf ein Hindernis zusteuert, sondern auch, worum es sich handelt. Und selbst die Leistung der Maschinen wird digital überwacht. Abends lädt PJ van Marek zum traditionellen Captains Dinner – ein Ereignis, auch für die Geekcruiser. Sich einmal richtig in Schale schmeißen und Eindruck schinden – das lassen sich auch Jill und Jochen nicht nehmen. Dafür gibt’s dann auch mal ein Kompliment vom Nerd-Kollegen.

Zu bereden gibt es viel. Selbst beim Essen wollen einige nicht auf ihre digitalen Spielzeuge verzichten. Und schon werden auch die Seminarthemen des nächsten Tages vorbereitet.


Mediathek
Die ganze Sendung in der Mediathek anschauen.
mehr zum Thema
Lesen Sie weiter...