Stanford Professor Bebo White erforscht die Welt der sozialen Netzwerke – ein wichtiges Thema auch unter den Geeks. Er ist ein Netzwerker der ersten Stunde und startete vor fast 20 Jahren die erste Website der USA. Bebo Whites Seminar ist überschrieben mit dem Titel „Soziales Netzwerken – wie und warum?“. Es geht um die Frage, welche Ziele Nutzer verfolgen und welche die Anbieter und wie man dies auf einen gemeinsamen Nenner bringen kann. Bebo White warnt vor dem Druck, der über soziale Netzwerke aufgebaut werden kann. Will man wirklich jeden zu seinem digitalen Freund machen? Bebo White sieht anders als viele seiner Landsleute auch Risiken im rasanten Wachstum von Plattformen wie Facebook:
Bebo White:
Es hat etwa 400 Millionen Mitglieder. Ich kann das dramatisch ausdrücken und sagen, dass Facebook, wenn es ein Land wäre, das drittgrößte Land der Erde wäre. Und unabhängig davon, wie man Land oder Kultur definiert, agieren diese 400 Millionen Leute jedenfalls alle innerhalb der Grenzen, die Facebook ihnen vorgibt.
Und Facebook diktiert, was sie innerhalb dieser Grenzen tun und lassen dürfen. Für mich klingt das wie ein Land, wie eine Regierung. Facebook hat seine eigene Kultur. Da stellt sich die Frage, ob es auch eine ähnliche Verantwortung wie ein Staat trägt.
Für Bebo White bauen Soziale Netzwerke neue Barrieren im Internet auf, Plattform-unabhängige Kommunikaton und selbstbestimmter Austausch von Daten werden immer schwieriger. Eine einfache Lösung hat er nicht parat, aber eine Hausaufgabe: Mit einer von ihm entwickelten Applikation namens FOAFY – das steht für “Friend of a Friend“ – soll jeder ein kleines Profil von sich generieren und es dann ins Netz stellen. Die persönlichen Daten bleiben so unter Kontrolle des Nutzers, können aber für andere Plattformen freigegeben werden.