Laut einer Studie der Initiative D21 zur digitalen Gesellschaft in Deutschland nutzen knapp 70 Prozent der Deutschen das Internet.
Für nur 26 Prozent der Bevölkerung sind digitale Medien ein fester Bestandteil des täglichen Lebens.
Das heißt: ein großer Teil der Deutschen hat mit dem Internet nichts am Hut. Hier verläuft ein breiter Graben mitten durch die Gesellschaft:
Zwischen denen die die neue Technik nutzen und auch über die Kompetenz verfügen damit umzugehen, und denen für die das Internet, Vernetzung und Social Communities schlicht und einfach fremd sind.
Dabei dringt die digitale Welt immer weiter vor in die analoge Welt: die Verbraucherschutzministerin spricht über Datenschutz bei Facebook, Netzpolitik erscheint auf der Agenda der Parteien, Politiker stellen Videos von sich und ihren Programmen bei Youtube ein, die Kanzlerin podcastet…
Was wird passieren mit den “digitalen Außenseitern”, Menschen die freiwillig nicht an der digitalen Welt teilnehmen?
Es geht um den Zugang zu Information, es geht um Kommunikation und Vernetzung, es geht sogar darum, seinen politischen Willen kundzutun wie zum Beispiel über eine E-Petition. All das sind Möglichkeiten der Partizipation, Möglichkeiten auch gesellschaftliche und politische Räume zu gestalten, Möglichkeiten die es vorher in diesem Umfang nicht gegeben hat.
Ich denke, dass Menschen wie die Veranstalter der re:publica genau das wollen: unsere Gesellschaft auf dem Weg in die digitale Gesellschaft gestalten.
Doch bis unsere gesamte Gesellschaft dort angekommen ist wird noch viel Zeit vergehen.
Veranstalter Markus Beckedahl fordert mehr Technik-Kompetenz, speziell bei Politikern die Entscheidungen treffen müssen wie diese digitale Welt auszusehen hat.
Niemand weiß, wie es weitergehen wird mit der digitalen Welt: ist Facebook nun gut oder schlecht, soll Google unsere Straßen filmen oder nicht, darf man Videos von sich ins Internet stellen etc.
Die digitale Gesellschaft wird Realität. Wo es langgeht weiß niemand. Und das muss diskutiert werden. Die re:publica ist einer der Orte, an dem dieser Diskurs stattfindet.