Was machen die Substanzen mit unserem Bewusstsein? Welche Abläufe im Gehirn verändern sich?
Jörg Daumann:
Eine starke LSD Erfahrung sorgt dafür dass eben nichts mehr so ist wie es so ist. Der Körper ist nicht mehr fest und ist flüssig, der Raum ist nicht mehr drei-dimensional er ist irgendwie ein-dimensional. Und wir können es nicht fassen. Und ich weiß nicht mehr, ob ich tot bin oder lebendig, und das sind alles Erfahrungen natürlich, die sehr Angst einflößend sein können.
Halluzinogene reizen das Nervensystem. Eine Untersuchung im EEG zeigt: auch die natürlichen Reflexe wie das Blinzeln verändern sich im Rausch. Das Gehirn kann unwichtige Reize nicht mehr ausblenden.
Einige Therapeuten gehen noch weiter: Sie wollen sich nicht nur besser in Patienten einfühlen. Sondern mit bewusstseinserweiternden Drogen auch heilen. Seelisch Kranken den Blick nach Innen erleichtern.
Hinderk Emrich:
Jetzt bin ich mal Visionär für die nächsten 20 Jahre. Den Einsatz von psychoaktiven Stoffen sowohl als Designerstoffe, das passiert ja längst, als auch in der Psychotherapie, würd ich sagen ja, bin mir ziemlich sicher in zwanzig Jahren wird man da viel vorurteilsfreier und viel direkter und konkreter drüber reden, auch im Hinblick auf therapeutische Anwendung.
Rauschforschung ist ein Weg, die menschliche Psyche zu ergründen. Doch die Risiken sind hoch.