Markus Ullsperger -
Mediziner, MPI für neurologische Forschung, Köln:
Das Fehlerdetektionssystem ist nicht mit der Intuition gleich zu setzen. Es ist notwendig, um intuitiv handeln zu können, da es für die Intuition notwendig ist, Handlungsergebnisse und Erfahrungen zu sammeln. Aber ich denke diese beiden Bereiche sind nur unabhängig voneinander zu betrachten und kommen nur bei bestimmten Entscheidungsprozessen zusammen.
Zum Beispiel beim Sport. Hier scheint Intuition die beste Strategie zur Vermeidung von Fehlern zu sein. Die Ergebnisse des Kölner Psychologen Markus Raab zeigen, dass Profis ihre Entscheidungen oft intuitiv treffen und dabei erfolgreich sind.
Markus Raab -
Psychologe, Deutsche Sporthochschule Köln:
Intuition muss nicht besser oder schlechter sein als Nachdenken, sondern man muss immer prüfen in einer Situation, wie viel Erfahrung habe ich in dieser Situation. Wenn mir meine Intuition quasi sagt, wie ein Bauchgefühl: mach diese Entscheidung nicht. Dann kann ich mich auf die Intuition verlassen, wenn ich schon oft in dieser Situation gewesen bin. Wenn ich mich allerdings dagegen entscheide aufgrund weiterer Faktoren, die vielleicht der Intuition nicht zugänglich sind, z.B. auch Statistiken, dann kann ich diese durchaus nutzen, um meiner Intuition auch zu widersprechen.
Das Prinzip ist einfach: Nimm das beste Kriterium und entscheide. Im Zweifel erschlägt das Bessere das Gute. Bei intuitivem Vorgehen entscheidet man sich dabei oft nach einem einzigen guten Grund. Doch genügt Intuition als Sicherheitsmechanismus, um Fehler mit verheerenden Konsequenzen zu vermeiden?
Sensible Bereiche werden immer von Teams geleitet. Das „Vier-Augen- sehen- mehr- als- zwei“ Prinzip ist immer noch eine der besten Möglichkeiten, Fehler zu eliminieren. Im Kraftwerkssimulator in Essen wird trainiert, wie man in der Leitwarte eines Kernkraftwerks die richtigen Entscheidungen trifft. Garantiert fehlerfreie Entscheidungen gibt es aber auch in Teams nicht.