Kann man an der Hirnaktivität erkennen, ob ein Mensch schon einmal bestimmte Räume gesehen hat?
Eine Person besucht vier virtuelle Häuser.
Anschliessend werden ihr im Scanner die vier bekannten und dazu vier fremde Häuser gezeigt.
Ein neuentwickeltes Softwareprogramm kann die Muster im Gehirn nicht nur einzeln erkennen, sondern sie auch in Verbindung zueinander setzen. In rund 30 000 Arealen des Gehirns wird gleichzeitig der Informationsaustausch gemessen.
Die Wissenschaftler waren selbst verblüfft vom Ergebnis:
Bei 9 von 10 Personen konnten sie genau sagen, welches Haus diese bereits gesehen hatten und welches nicht.
So könnten die Lügendetektoren der Zukunft funktionieren: Tatorte würden virtualisiert und im Computertomographen könnte man genau erkennen, ob der Verdächtige schon einmal dort war.
Doch darf die Forschung Gedanken lesen – nur weil sie es kann?
John-Dylan Haynes:
Es gibt so ein ethisches Kontinuum bei dem Problem. Auf der einen Seite können wir die Absichten einer Person auslesen, die zum Beispiel ein künstliches Gliedmass steuern möchte mit Gedankenkraft. So einer Person wollen wir helfen. Wir wollen dieser Person, die Hilfe, die wir ihr mit unserer Forschung geben können, nicht verwehren.
Auf der anderen Seite haben wir auch Anwendungen, die durchaus umstritten sind. Wir haben die Lügendetektion und wir haben auch mögliche Anwendungen im Bereich des sogenannten Gehirnmarketing.
Auf einmal scheint es möglich, in unser Innerstes vorzudringen: in unsere Gedanken, unser Bewusstsein.
Doch wo genau im Gehirn befindet sich das Bewusstsein?