Am Ende hilft manchmal nur ein Ombudsgremium...
Das Aufhübschen von Daten, wie es so schon heißt, ist auch ein Thema an den Hochschulen. In Umfragen, veröffentlicht im Magazin „nature“, gaben etwa ein Drittel der befragten Wissenschaftler in den USA an, schon einmal nachgebessert zu haben. Ähnlich die Situation in Deutschland. Bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft beschäftigt sich ein Ombudsgremium mit wissenschaftlichem Fehlverhalten. Professorin Ulrike Beisiegel kennt die Tücken des Systems: „Es ist sogar zum Teil für den Wissenschaftler selber schwierig zu erkennen, wo sind jetzt solche Unredlichkeiten passiert oder welche Studien sind seriös. Ich glaube, man kann ein bisschen immer in die Geschichte gehen und sehen, was hat diese Gruppe, dieser Wissenschaftler vorher publiziert, ist das glaubhaft, ist das in einer gewissen Sequenz, baut das auf anderen Daten auf. Also das wäre eine Möglichkeit auch für den Laien, weil man heute im Netz ja gucken kann, was hat diese Gruppe, dieser Wissenschaftler publiziert.“
Nicht nur vermeintlich kleine Schummeleien und unseriöse Publikationen sorgen für Schlagzeilen, sondern auch sich zum Teil völlig widersprechende Ergebnisse. Beispiel Computerspiele. Mal sollen sie gewalttätiges Verhalten fördern, aggressiv und dumm machen, mal werden keine Zusammenhänge festgestellt. Kritiker werfen der Spielindustrie Einflussnahme auf die Ergebnisse vor, diese wiederum zweifelt an der Aussagekraft kritischer Studien. Einfache Erklärungen gibt es für den Medienwissenschaftler Professor Carsten Busch vom gameslab der FHTW Berlin nicht – im Gegenteil, die Ursachen für konträre Studienergebnisse sind vielfältig: „Eine Ursache ist, dass wir es mit Computerspielen zu tun haben, also ein relativ neues, technisches komplexes Phänomen, das heißt, wir brauchen noch ein wenig, um die richtigen Fragen zu stellen und die richtigen Antworten zu kriegen. Der andere Punkt ist, wir können das Computerspielen als Einzelfaktor kaum isolieren, weil wir ja die Menschen nicht einsperren können, die wir untersuchen und insofern ist sehr schwierig zu sagen, das Computerspiel ist die Ursache für irgendeine Art von Verhaltensänderung.“