Auf Youtube werden immer noch Mobbing-Videos veröffentlicht
Zeit zu Handeln. Das Safer Internet Programm der Europäischen Union hat sich genau dies zum Ziel gesetzt – will Medienkompetenz fördern und in diesem Jahr für das Thema Mobbing sensibilisieren. Ursachen und Folgen von Cyber-Mobbing werden Unterrichtsthema, ebenso die Prävention. In Deutschland entwickelte das Projekt klicksafe.de dazu ein mehrstündiges Unterrichtsmodul. Unterstützt wird die Initiative in diesem Jahr vom Schauspieler Dirk Heinrichs, der mit Jugendlichen Mobbing-Szenen im Unterricht nachstellt. Die Schüler lernen so, sich in die Opferrolle hineinzuversetzen. Aber auch die Motive der Täter zu verstehen, wie Machtstreben, Neid oder Angst. Wissen das hilft, gegen die psychische Gewalt vorzugehen.
Auch im Netz ist Handeln angesagt. Die Schüler erfahren wie Personen, die einen persönlich angreifen, für das eigene Profil gesperrt oder dem Provider gemeldet werden. Letztere sind in Deutschland verpflichtet, bei Verletzung von Persönlichkeitsrechten – wie das Recht am eigenen Bild – Inhalte zu löschen. Allerdings kann dies mehrere Wochen dauern – zu groß sind die Datenmengen, die täglich im weltweiten Netz verbreitet werden.
Nicht nur Schüler sind Opfer virtuellen Terrors sondern auch Lehrer. Auf Seiten wie spickmich.de drehen Jugendliche den Spieß um und bewerten ihre Schule und ihre Lehrer. Ob gerechtfertigt oder nicht – objektiv überprüfen lässt sich dies kaum. Beliebt sind auch heimliche Videoaufzeichnungen aus dem Unterreicht, die nicht selten unter die Gürtellinie gehen. Das auf Youtube veröffentlichte Video eines Lehrers aus Großbritannien, dem im Unterricht die Hose heruntergezogen wurde, sorgte weltweit für Diskussionen.