Kann das Internet in Deutschland ebenso leidenschaftlich für politische Zwecke genutzt werden?
Doch nicht nur wirtschaftlich war Obamas Wahlkampf ein Erfolg, es ist auf der Website MyBarackObama, kurz MyBO, eine Community entstanden, die sich aus verschiedenen Foren zu einem aktiven politischen Zentrum bilden konnte. Schon früh hat Obama verstanden, dass gerade die jungen Wähler in Foren wie MySpace und FaceBook zu finden sind – entsprechend stark waren seine Aktivitäten dort. Auf MyBO gab es dann jede Menge Möglichkeiten, sich konkret zu engagieren – als Wahlkampfhelfer, Spendeneintreiber über T-Shirt, Button oder Posterverkäufe oder als Organisator von Veranstaltungen. Gefüttert wurde dieses persönliche, oft sehr emotionale Engagement durch weitere direkte Ansprache – die Mitglieder bekamen persönliche e-mails und wurden häufig sogar per sms über wichtige Entwicklungen informiert. Umgekehrt haben -zig tausende von Usern ihre Kommentare, Hoffnungen und Anregungen ins Netz gegeben. Durch die derart aktive Internet-Community war es Obama an vielen Stellen möglich, lokale Events zu organisieren – indem die Menschen direkt angesprochen werden konnten, um ihren Beitrag vor Ort zu leisten. Das alles mündet in dem beachtlichen Erfolg, dass nun zum ersten Mal ein Mensch mit einer Hautfarbe als amerikanischer Präsident ins Amt gewählt wurde. Respekt, Amerika!
Als ganz andere Form der Politik im Netz stellen wir in dem Beitrag auch noch ein Projekt vor, das eine ähnliche, wenn auch weniger zielgerichtete bzw. personengebundene Form der persönlichen Beteiligung an politischer Diskussion darstellt. Die europäischen Bürgerkonferenzen haben im Jahr 2007 zum ersten Mal stattgefunden und sind nun zum zweiten Mal im Gange. Gefördert von der Robert-Bosch Stiftung können sich Bürger in allen europäischen Staaten sowohl online wie auch real an einer europaweiten Meinungsbildung beteiligen.