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Spielend fit bleiben!
Wii Fit im Praxistest
Fitness vor der Couch!
Bereits auf der Games Convention 2007 in Leipzig war Nintendos neuester Streich heiß begehrt: das Balance Board wurde dem Publikum erstmals vorgestellt. Am 25. April 2008 war es endlich soweit. Das Zubehör für die Wii Konsole soll nach der Wii Sport Software den ganzen Körper in Form bringen.
Das Balance Board sieht aus wie eine weiße Personenwaage und ist mit vier Drucksensoren ausgestattet. Vier Sportarten stehen dem „Sportler“ zur Auswahl: Yoga, Aerobic, Muskeltraining und Balance-Übungen. Vor der ersten Übung will das Gerät zuerst wissen, wie alt und groß der Spieler ist. Danach beginnt die Körpermessung. Man steigt auf das Brett und muss diverse Übungen absolvieren, zum Beispiel 30 Sekunden still stehen, auf einem Bein balancieren. Auf dem Monitor wird danach auf einer Animation angezeigt, wie gut oder schlecht die eigene Balance ist. Das Gerät errechnet aus den persönlichen Daten und den Übungsergebnissen das Wii Fit Alter.

Die Konsole kennt kein Erbarmen
Je nach (Über-) Gewicht des Spielers fällt das nicht immer positiv aus. Bis zu 10-15 Jahre älter als das tatsächliche Alter können dabei schon heraus kommen. Aber allzu Ernst sollte man das Wii Fit Alter nicht nehmen. Andererseits ärgert das Ergebnis aber auch so sehr, dass man sich sofort ertappt fühlt und mit den Übungen beginnt.

Aber taugt das Balance Board überhaupt als persönlicher Fitnesstrainer für zuhause? An der Deutschen Sporthochschule Köln haben wir das Balance Board im Zentrum für Gesundheit bei Prof. Dr. Ingo Froböse und seinem Team auf Herz und Nieren untersuchen lassen. Wie gut sind die Übungen dargestellt? Können Untrainierte tatsächlich durch das Balance Board und die Software Wii Fit fitter werden?

Der Sportwissenschaftler Felix Matthäi testete mit einer Sportstudentin mittels einer Atemmaske den Kilokalorienverbrauch, Ventilation, Sauerstoffverbrauch und die Herzfrequenz. 3 Minuten Joggen auf der virtuellen Laufstelle über Stock und Stein war angesagt. Für ein Ausdauertraining taugt die Übung nichts, dafür sind 3 Minuten viel zu wenig. Eine Anleitung, wie richtig gejoggt werden soll, ist übrigens nicht dabei. Ganz anders bei den Yoga- und Muskelübungen. Hier zeigt ein virtueller persönlicher Trainer in einer Demo, wie die Übung nachgemacht werden sollen. Viele Übungen sind für Anfänger nicht geeignet, einige sogar unter Sportmedizinern umstritten, wie das „Klappmesser“ zum Beispiel. Die Übung kann mehr schaden, als trainieren und da liegt der Knackpunkt des Balance Board. Das System registriert zwar, dass eine Übung gemacht wird, ob sie aber korrekt ausgeführt wird, kontrolliert keiner.


Am Monitor lassen sich alle Daten bequem ablesen
Inhaltlich sind einige Übungen fragwürdig. Prof. Froböse sieht dennoch keine Bedenken, das Balance Board zu nutzen: „80%-85% der Bevölkerung bewegen sich zu wenig. Und wenn dieses Programm dazu dienen sollte, wenigstens einen Teil dieser Bevölkerung zu aktivieren, dann lohnt es sich ungemein.“ Also: runter vom Sofa und rauf auf’s Brett. Die meisten Übungen machen viel Spaß und diejenigen, die zu schwer sind, lässt man am besten weg. In Schwung kommt man aber mit dem Balance Board auf alle Fälle.

Das Balance Board gibt es ab sofort zu kaufen. Im Preis von 90 Euro ist außer dem Balance Board auch noch die Software Wii Fit enthalten. Aber Achtung: nur wer eine Wii Konsole hat, kann das Balance Board plus Wii Fit Software benutzen.


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24.04.2008 / neues.online.mf