FON 2008
GSMA Mobile World Congress
Neues begleitet die Internet-Initiative FON schon seit Mitte 2006. Nicht jede Idee, die wenig kommerziell und bewusst auf die Möglichkeiten ihrer Anhänger setzt, hält sich so lange. Fon indes schon, und das macht den Charme aus.
Martín Varsavsky, der Internet-Visionär aus Argentinien, hat den Stein ins Rollen gebracht. 2005 hat er Fon gegründet, die Internet-Community: WLAN für alle. Inzwischen, nach drei Jahren, sind ganze Stadtviertel mit Fon-Hot-Spots ausgestattet, so auch das Münchner Glockenbachviertel (neues berichtete am 9.12.2007), das Viertel Chueca in Madrid und bald auch das Elektrospielzeugviertel in Tokyo. Und die Community wächst weiter. Inzwischen wurden knapp eine Million Hot-Spots weltweit erreicht. Das hatte Varsavsky schon Mitte 2006 anvisiert. Grund genug, FON mal wieder zu besuchen.
In der Altstadt von Barcelona treffen wir Jordi Vallejo, den Chef-Entwickler von FON. Er führt uns in die Bar Oviso, die einen der ersten Fon-Hot Spots in Barcelona aufgestellt hat. Jordi zeigt uns seine neueste Errungenschaft: Den iphone-Connector. Damit wird Apples i-phone zum I-FON. Sobald man mit dem Wlan-fähigen Handy einen Fon Hot-Spot betritt, loggt sich das Gerät dort automatisch ein. Sehr praktisch. Sich bei Fon mit dem iphone einzuloggen war bisher schon einfach über die Homepage möglich, nun aber genügt ein Blick aufs Display, um zu sehen, ob ein Fon Sport verfügbar ist. Das ist auch ein Blick in die mobile Zukunft, denn das mobile Internet ist längst vom Laptop entfesselt, davon ist Jordi Vallejo überzeugt: „Das Tolle ist ja grade im Moment, dass Firmen wie Infineon Chipsätze für Handies entwickeln, die WLAN und GSM können, aber nicht mehr so teuer sind. Deshalb wird es bald kein Problem mehr sein, ein solches Dual-Fon für weniger als hundert Euro zu bekommen – und das wird sich immer schneller durchsetzen!“
Deshalb basteln Jordi Vallejo und die Foneros in Spanien nicht nur an wegweisenden technologischen Lösungen. Sondern auch an neuen Aktionen, um FON bekannter zu machen. Ihre aktuelle Idee ist es, fast jeden Kiosk in Barcelona mit einem Fon-Hot-Spot auszustatten. Denn ein solcher ist ansonsten von aussen nicht unbedingt zu erkennen, nicht jeder Fonero klebt sich einen Aufkleber auf die Haustür. Die Kiosk-Idee ist besonders für mobile Internet-Surfer gedacht, die schnell eben RSS-Feeds runterladen und gar nicht lange surfen wollen. Mit dem iphone-Connector vibriert das Gerät, sobald es in einen Hotspot gerät. Die Idee mit dem Kiosk ist sehr spanisch, erklärt Jordi mitten auf den Ramblas in Barcelona: „Wir sind drauf gekommen, weil sich hier einfach jeder am Kiosk seine Zeitung holt. Deshalb passt das perfekt zusammen: Wenn du ein WLAN-fähiges Handy hast wie eben das i-phone oder eins von Nokia und ausserdem bei FON bist, kannst du dann gleichzeitig die aktuellen Nachrichten runterladen und so vom Internet profitieren. Und einen Kiosk erkennt jeder und weiss sofort: hier gibt’s W-LAN!“

So einfach kann es also sein. Mit Alexander Puregger, der neue Geschäftsmodelle für Fon entwickelt, besuchte Jordi Vallejo auch die Messe. Einen Stand haben die Foneros hier nicht, trotzdem passen die Kollektivisten gut auf den Business-orientierten Mobile World Congress, denn die Welt des Mobilfunk wandelt sich stetig, meint auch Alexander Puregger: „Unser Konzept ist, in diese Kommunikation über drahtlos einen bestimmten Aspekt abzudecken, wir wollen ja den Mobilfunk nicht abschaffen. Hier redet ja auch keiner mehr vom Mobilfunk allein, es geht um Anwendungen wie Games, Videos, Communities. Da passen wir auf jeden Fall gut rein mit unserem Wi-Fi Konzept.“

Fon ist kein Konzept, das die Welt im Sturm erobert, sondern sich langsam und stetig etabliert. So entstehen die besten Ideen bei Fon eben nicht in einem muffigen Meeting-Raum, sondern vielleicht wenn man einfach mal in der Sonne sitzt und seinen Gedanken freien Lauf lässt.


Den Bericht in der Mediathek anschauen

www.fon.com

14.02.2008 / neues.online.mf
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