Vom Buchstaben zum Binärzeichen
Intelligente Alternativen zum Buch
Auf der Frankfurter Buchmesse ist Papier wahrscheinlich tonnenweise vorhanden. Denn das klassische Papierbuch ist immer noch das beliebteste Medium zum Lesen. Dabei gibt es seit einiger Zeit harte Konkurrenz durch elektronische Vertreter. Die haben zwar etwas schwach gestartet, kommen jetzt aber langsam richtig in Fahrt.
Elektronisches Papier / ePaper
Ein Beispiel dafür ist das Elektronische Papier oder kurz ePaper. Daran wird zwar schon seit gut 20 Jahren geforscht, aber jetzt gibt es Anwendungen, die was taugen.

Das F3 Handy von Motorola beispielsweise hat ein ePaper Display. In seinem Innern steckt nicht mehr Holz – wie beim klassischen Papier -, sondern ein elektronisch leitender Kunststoff. Er wird mit einer speziellen Tinte, der e-Ink, bedruckt. Das ePaper reflektiert das Licht genau wie normales Papier und wird nicht wie ein Display beleuchtet. Dadurch bleibt der Text selbst dann sichtbar, wenn Akku und Energie raus sind. Nützlicher Nebeneffekt: der Betrachtungswinkel spielt keine Rolle mehr und selbst im prallen Sonnelicht sind Texte sehr gut lesbar. Nur Schade, dass noch immer der Seitenaufbau sehr träge ist, für Videos und Animationen kommt ePaper daher nicht in Frage - und die Darstellung von Farbe kostet noch sehr viel Strom. Deshalb sind erste Praxisanwendungen noch in Schwarz-Weiß.

Auch Seiko arbeitet mit elektronischer Tinte. Demnächst wird eine schicke Damenuhr auf den Markt kommen, welche die Zeit mit e-Ink anzeigt. Sie besteht aus Millionen winziger Mikrokapseln in weißer und schwarzer Farbe. Je nach elektrischer Spannung richten sich die Farbteilchen aus und bilden so mystische Muster oder eben die Uhrzeit ab.

Elektronische Bücher / eBooks
Eine weitere Alternative zum klassischen Papierbuch: das eBook. So bezeichnet man Schmöker, die in digitaler Form vorliegen. Sie werden auf PDAs, speziellen Lesegeräten (eReader), Laptops oder dem PC gelesen. Mittlerweile hat sich das Mobipocket-Format durchgesetzt. Sehr häufig wird aber auch der Adobe Reader angeboten.

In Deutschland werden vor allem Fachbücher in digitaler Form verkauft. Sie kommen aus den Bereichen Wirtschaft, Computer oder auch Medizin. Zwei große e-Book-Anbieter sind ciando und beam-eBooks. Beide bieten nicht nur Fachbücher, sondern auch Belletristik an.

Auch beim eBook gilt das Lizenzrecht. Konsequenz daraus: Ein erworbenes eBook ist oft nur auf einer beschränkten Anzahl von Medien lesbar. Meist sind es zwei (PC und PDA).

Aber Portale wie das Projekt Gutenberg bieten auch eBooks an, deren Urheberrecht abgelaufen ist. Sie sind kostenlos. Ein geschütztes, aktuelles eBook hingegen ist immer noch sehr teuer. Als Faustregel gilt, es kostet 10% weniger als die Papierausgabe.

Bücher fürs Handy / Mobilebooks
Speziell fürs Handy gibt es so genannte Mobilebooks. In Japan sind die Bücher für unterwegs schon der große Renner. Eine Firma aus Österreich versucht damit nun auch den europäischen Markt zu erobern.

Das Besondere an Mobilebooks: Ihre Darstellung ist speziell an das kleine Display angepasst. Bücherlesen auf dem Handy wird dadurch einfach und bequem. Voraussetzung ist allerdings, dass das Handy Java-fähig ist. Auch der Download funktioniert reibungslos. Das Buch wird zu einem komprimierten Datenpaket gebündelt, das ohne spezielle Lesesoftware geöffnet werden kann. Selbst auf Cover und Klappentext muss dabei nicht verzichtet werden. Mobilebooks sind angenehm günstig, sie kosten zwischen 2 und 5 Euro.

Hörbücher
Den großen Boom in der digitalen Bücherwelt erleben immer noch Hörbücher. Was ganz früher mal für Kinder auf Schallplatte gepresst war, gibt es heute für jedermann und in jedem Genre auf CD, DVD oder als downloadfile. Allein dieses Jahr erscheinen 2000 Titel.

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www.buchmesse.de
www.book-fair.com
www.boersenverein.de
www.motorola.com
www.seiko.de
www.ciando.com
www.beam-ebooks.de
www.gutenberg.org
www.mobilebooks.com
www.stiftung-zuhoeren.de

12.10.2007 / neues.online.mf
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