In der Fahrzeugindustrie werden seit langem Autos erst einmal virtuell am Rechner entwickelt. Während man früher aber relativ schnell an die Produktion von Prototypen ging, wird heute sehr viel länger am virtuellen Modell gefeilt.
Beispiel CAVE: Cave Automatic Virtual Environment heißt auf Deutsch etwa Höhle automatisierter Umwelten. Es ist ein Raum, in dem virtuelle Welten dreidimensional projiziert werden. In der Fahrzeugentwicklung können hier Entwickler beispielsweise das virtuelle Design zukünftiger Autos diskutieren.
Virtuelle Welten, die viele Gamer von Autorennen oder Flugsimulatoren her kennen, helfen den Ingenieuren auch bei der Fahrzeugsicherheit. So können Crashs mittlerweile vollkommen virtuell am Rechner durchgeführt werden. Bei einem simulierten Auffahrunfall bei rund 60 Stundenkilometern ist das Ziel der Entwickler beispielsweise, dass sich zwar die Autofront verformt, die Fahrzeugkabine aber stabil bleibt. Die Insassen sollen trotz Unfall weiterhin selbständig die Türen öffnen können.
Virtuelle Crashs sind beliebig oft wiederholbar, die Entwickler können sich in Echtzeit bis an kleinste Bauteile heranarbeiten, die Tests sind preiswert und vor allem: wichtige Komponenten können schon vor dem ersten Praxistest optimiert werden.
Simulationen spielen deshalb heute in der Automobilindustrie eine immer größere Rolle. Mit dem Ergebnis, dass die Entwicklungszeit für neue Fahrzeuge immer kürzer wird und die Anzahl der Prototypen immer geringer.
Größte Herausforderung war es bisher, alle die Teile zu verbessern, die mit Fühlen zu tun haben. Beispielweise der Sitzkomfort oder die Oberflächenstruktur einzelner Bauteile. Aber auch hier ist es mittlerweile möglich, etwa die Oberfläche eines virtuellen Armaturenbrettes, das vom Rechner entwickelt wurde, anzufassen, zu fühlen und spüren.
Dennoch werden die Praxistests mit Prototypen nie überflüssig werden. Auch, wenn sie irgendwann vielleicht nur noch die Funktion haben, die virtuell gewonnen Ergebnisse zu bestätigen.