Die Creative Commons Lizenz bietet für diesen "gangbaren Mittelweg" eine Art Lizenzierungsbaukasten: Die einfachste CC-Lizenz ist CC-by. Diese verlangt vom Nutzer lediglich die Namensnennung des Urhebers. Weitere Einschränkungen wären keine Bearbeitung gestatten, keine kommerzielle Nutzung zulassen oder das die Bearbeitung nur unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden darf.
Mit diesen Bausteinen und unter einer CC-Lizenz können Kreative ihre Werke dann veröffentlichen. Einer dieser Kreativen ist Stefan Kluge. Der Filmproduzent aus Leipzig veröffentlicht Ende dieses Jahres seinen zweiten Film unter der Creative Commons Lizenz. In dem Film "Die letzte Droge" durchqueren drei Backpacker Südamerika auf der Suche nach einer neuen Erfahrung. Stefan Kluge führt seine Zuschauer mit diesem Film bis an das Ende der Welt und in unbekannte Sphären. Und auch er begibt sich mit der CC-Lizenz auf neuen Wegen raus aus den rätselhaften Weiten des alten, strikten Urheberrechts. Stefan Kluge veröffentlicht "Die letzte Droge" unter der CC-by, denn diese Lizenzierung vereinfacht nicht nur den rechtlichen Rahmen, sondern fördert auch die Kreativität: "Da entsteht viel so in subkulturellen Kreisen, was mit normal lizenzierten Filmen nicht entstehen würde, weil es oft Leute sind, die das nicht klassisch gelernt haben und damit könnte es sein, dass hier ein bisschen Innovation rein kommt", erklärt Stefan Kluge.
So wie der Leipziger Filmproduzent geben mittlerweile viele Künstler Rechte an ihren Werken frei. Eines der bekanntesten Projekte: „Elephants Dream“. Bei diesem surrealen Film wurde sogar ausschließlich Open-Source-Software verwendet. Wie bei den meisten CC-Lizenzen schließen die Macher die kommerzielle Nutzung aus.
Für jeden Geschmack findet sich mittlerweile der passende Film mit dem doppelten C. Von politischen Dokumentationen wie "Good Copy Bad Copy" bis hin zu Thrillern ist alles dabei. In der Mache ist zur Zeit der Thriller "A Swarm of Angels". Hier kann die Community sogar am Drehbuch mitschreiben.
Doch die CC-Lizenzen werden nicht nur für Filme genutzt. Auf weltweit 40 Millionen Webseiten findet sich das alternative Urheberrecht, darunter eine Millionen deutsche. Sogar mit den erweiterten Suchfunktionen bei Google und Yahoo lassen sich die Inhalte aufspüren.
Creative Commons ist auch für die Musikbranche lohnend. Insbesondere junge Künstler haben so die Chance ihre Musik ohne das Diktat der großen Labels zu veröffentlichen. Viele Plattformen ermöglichen die Verbreitung und verlocken den User so vielleicht zum Kauf einer CD.