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Onlinespiele werden naturgemäß erst durch das gemeinschaftliche Spiel zum Erlebnis. Bei Shootern wie Counterstrike steht der sportliche Wettkampf zwischen Spielern im Vordergrund, man spielt sportiv gegeneinander, um sein Können zu messen. Im Gegensatz dazu geht es bei MMOs primär um kooperatives Spielen. Viele der Spiel-Aufgaben, die Quests, sind nur gemeinsam zu lösen. So entstehen, um es in der Sprache der Soziologen zu sagen, „Gemeinschaften mit einer differenzierten Binnenstruktur“. Da sind als erstes die Gilden zu nennen. Eine Gilde ist ein Zusammenschluss von Spielern, die sich regelmäßig verabreden, um gemeinsam zu spielen. Im Vordergrund steht dabei die gegenseitige Hilfe bei komplexen Quests oder beim Kampf gegen viele schwere Gegner. Fast alle Gilden haben einen gewissen Kodex. Neben der gegenseitigen Hilfe im Spiel wird oft (Spiel-) Geld untereinander verliehen, um beispielsweise einen wichtigen Gegenstand für seine Spielfigur erwerben zu können. Konkretes Beispiel wäre der Kauf eines Reittieres in WoW. Das kostet eine Stange Gold, was viele Spieler am Anfang schwer zusammen bekommen.
Viele Gilden haben ziemlich ausgefeilte Hierarchien, deren Ränge mit dem Militär vergleichbar sind. Das sind zumeist die großen Gilden von 100 oder mehr Spielern. Andere, kleinere Gilden verzichten darauf und sehen sich mehr als gemeinsame Quest-Gruppe an. Dann gibt es noch die Raid-Gruppen. Ein Raid, englisch ‚Überfall’ oder ‚Raubzug’, ist ein Begriff, der vorrangig in MMOs auftaucht. Er ist zwar an die ursprüngliche Bedeutung angelehnt, bezeichnet aber meist einen kurzfristigen Zusammenschluss mehrerer Spieler mit dem Ziel, einen übermächtigen (Computer-) Gegner zu besiegen. Bei dem dann auch hübsche Beute abfällt: Mächtige Gegenstände, Gold, Quest-Belohnungen. Im Unterschied zu Gilden finden sich hier meist Spieler zusammen, die besonders schwere Gegner immer wieder angehen, um endlich ein besonders wertvolles Rüstungsset komplett zu haben oder auch einfach nur ihre Taktiken und Strategien zu perfektionieren.
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