Laborkoffer diagnostiziert Krankheiten fernab der Labore
Berliner Chemiker Sudhir Kumar Thakur bestimmt rasch wichtige Notfallparameter
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"Meine Vision ist es, allen Menschen die Diagnose ihrer Erkrankung zu ermöglichen, um heilen zu können", sagt der Berliner Chemiker Sudhir Kumar Thakur. Mit seinem mobilen Laborkoffer sollen Ärzte auf dem Land schnell zu einer Diagnose kommen, wenn der Weg zum nächsten Medizin-Labor weit ist. Mediziner können mit ihm wichtige Notfallparameter wie Alkohol, Glucose, Cholesterin und Triglyceride bestimmen. "Das ist schon mehr als die halbe Miete, um Millionen von Menschen vor dem sicheren Tod zu retten."
Kapillarblut aus Finger oder Ohr liefert das Untersuchungsmaterial. "Für 60 Prozent aller Krankheiten braucht man eine Blutuntersuchung." In Industrieländern leben zahlreiche Großlabore davon, mit Analyserobotern 1000er-Chargen zu untersuchen. Doch zwei Drittel der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zur modernen westlichen Analysetechnik.
Seit 1965 lebt der Inder in Deutschland. 1999 gründete er mit Unterstützung des Berliner Senats ein Unternehmen, um den batteriebetrieben Analysenkoffer zu entwickeln. Er hält alle Patente, um das Gerät billig halten zu können. Nach einem Besuch in der indischen Botschaft in Berlin und dem Gesundheitsministerium in Neu-Delhi gibt es eine vielversprechende Kooperation. In der Hauptstadt Berlin ist keine Botschaft aus den Entwicklungsländern vor ihm sicher: Viele Botschafter bekamen ihre Blutwerte schon in ihrem Büro diagnostiziert.

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Mit dem richtigen Hebel kann man die Welt bewegen


Der gebürtige Inder Sudhir Kumar Thakur, Bachelor of Science, lebt seit 1965 in Deutschland. Er studiert an der Universität Hamburg und der Technischen Fachhochschule Berlin.

06.03.2008 / mp
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