Atomkraftwerk Lupe
Auch ohne Atomkraftwerke gäbe es laut einem Gutachten genügend Strom
Es geht ohne Atomstrom
Der Strom werde ohne Atomkraft nicht teurer
Aus ökonomischer Sicht müssen Atomkraftwerke nicht länger laufen als geplant, so ein Gutachten. Die Regierung hatte es in Auftag gegeben.
Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, ergibt sich aus den Szenarien, dass ein Verzicht auf eine Verlängerung der Laufzeiten weder nennenswerten Einfluss auf die Strompreise noch auf die Versorgungssicherheit hätte. Ohne Verlängerung der Laufzeiten seien zwar Stromimporte aus dem benachbarten Ausland nötig, es gebe jedoch keinen zwingenden Grund für eine Verlängerung, berichtete das Blatt.

In dem Gutachten werden die Effekte einer Laufzeitverlängerung von vier, zwölf, 20 und 28 Jahren durchgerechnet. Die schwarz-gelbe Regierung will die AKW-Laufzeiten verlängern, hat sich aber noch nicht auf die Anzahl der Jahre festgelegt. Die vom Energiewirtschaftlichen Institut der Universität Köln (EWI) und weiteren Experten erstellte Analyse soll als Entscheidungsgrundlage dienen. Ende September 2010 will die Regierung ihr Energiekonzept vorstellen, das auch die Frage der Laufzeitverlängerung klärt.

Das EWI sei nicht unabhängig, bemängeln Kritiker
Atomkraftgegner bemängeln unter Verweis auf Medienberichte, dass das EWI mit den AKW-Betreibern verflochten sei. Laut "Spiegel Online" wird die Stiftungsprofessur des EWI-Leiters von den Konzernen RWE, Eon und Vattenfall mitfinanziert. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte bereits berichtet, dass auch das EWI selbst Geld von den Reaktorbetreibern RWE und Eon erhalten habe. Regierungssprecher Steegmans wies die Kritik zurück. Das EWI selbst habe eine Einflussnahme ausgeschlossen. Zugleich betonte er, die Studie liefere nur einen "Anhaltspunkt" bei der Formulierung des Energiekonzepts.

Umweltschützer und Opposition werteten die ersten Berichte über den Inhalt des Energiegutachtens als Bestätigung ihrer Forderung nach einem Festhalten am Atomausstieg. "Jetzt hat es die Bundesregierung schwarz auf weiß: Verlängerte AKW-Laufzeiten sind überflüssig", erklärte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil teilte mit, es gebe "keinen vernünftigen Grund" an der Atomkraft festzuhalten.

Landesumweltminister von SPD, Grünen und Linken warnten davor, durch die Verlängerung von AKW-Laufzeiten die Energiewende in Deutschland zu gefährden. Zugleich bekräftigten sie in Berlin ihre Drohung mit einer Verfassungsklage, sollte die Bundesregierung versuchen, Laufzeitverlängerungen ohne Zustimmung des Bundesrats zu beschließen. Die Forderung nach einer Mitsprache des Bundesrats wird demnach von mittlerweile neun der 16 Bundesländer unterstützt.

Schwerpunkt Atomkraft
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Glossar
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