Die meiste Energie kosten Herstellung und Entsorgung
Verbraucher können mit kleinen Dingen Stromkosten beim Computer einsparen
Beim Computerkauf kommt es auch auf die Energie an  © reuters
Wer darauf achtet, welche Hardware er kauft, kann seine Stromkosten durchaus senken. Generell gilt aber: Mehr können Nutzer den Energieverbrauch über ihr Verhalten beeinflussen. Je schneller der Rechner, desto mehr Strom verbraucht er. Nutzer sollten sich also genau überlegen, was sie wirklich benötigen. Für Office, Internet und Co. reicht auch ein langsamerer Rechner. Leidenschaftliche Zocker neuester Spiele hingegen brauchen schnelle Computer.
Auch aufwändige 3-D-Grafikkarten ziehen viel Strom - und auch die brauchen nur Spieler. Ansonsten reichen meist die sogenannten Onboard-Grafikkarten. Insgesamt sparsamer sind Notebooks, denn die sind darauf ausgerichtet, mit dem Akku möglichst lange durchzuhalten. Moderne Flachbildschirme verbrauchen zudem weniger Strom als alte Röhrenmonitore. Grundsätzlich gilt aber: Alte PCs sollten möglichst lange genutzt werden, denn die meiste Energie kosten Herstellung und Entsorgung.
Die Siegel für Computer sind nicht sonderlich weit entwickelt. Führend ist das "Energy Star"-Logo. Die neueste Version 4.0 schreibt einen maximalen Stromverbrauch für Rechner im Normalbetrieb und im Stand-by-Modus vor. Die Kategorien des Siegels sind allerdings verwirrend. Der in Deutschland bekannte "Blaue Engel" folgt noch relativ alten Vorgaben, die neueste "Energy Star"-Richtlinie übernimmt er erst ab etwa Mitte 2009.
Nutzer müssen Windows erst zum Stromsparen "überreden"
Energiesparen ist möglich, wenn man weiß, wie  © ap
Moderne Computer passen die Prozessorleistung der jeweiligen Anforderung an. Der Rechner läuft auf Hochtouren, wenn der Nutzer einen Film sieht oder ein Spiel spielt. Beim Schreiben einer E-Mail fährt er die Leistung hingegen herunter. Zu dieser Sparautomatik müssen Nutzer das Betriebssystem Windows laut Computerzeitschrift "c't" allerdings zwingen. Dazu müssen sie in den Einstellungen zur Energieverwaltung von Windows XP das Schema "Minimaler Energieverbrauch" wählen. Bei Windows Vista muss das Schema "Ausbalanciert" gewählt werden. Wer über W-Lan drahtlos ins Internet geht, kann unter Umständen die Sendeleistung der Anlage zurückschalten: Für ein paar Meter von der Telefondose bis zum Rechner ist meist nicht die volle Leistung nötig.
Viele moderne Rechner verbrauchen auch dann noch ein bisschen Strom, wenn sie ausgeschaltet sind. Noch mehr gilt dies für die Geräte im Umfeld des Rechners. Die Lösung heißt hier klar: Mehrfachsteckdose mit Schalter. Wer seinen Computer und seine Peripheriegeräte wie Bildschirm, Drucker, Boxen, externe Festplatte und Scanner daran anschließt und den Schalter auf Aus stellt, geht auf Nummer Sicher - hier fließt kein Strom mehr. Hierbei ist jedoch auch Vorsicht geboten: Tintenstrahldrucker müssen oft zunächst am Gerät selber ausgeschaltet werden. Nur dann fährt der Druckkopf in eine Parkposition, in der er vor dem Austrocknen geschützt ist.
Bei vielen Benutzern ist der Rechner immer an - um schnell die E-Mails zu lesen, Chatnachrichten zu empfangen oder eine Busverbindung herauszusuchen. Ob das wirklich nötig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Helfen kann auf jeden Fall der Stand-by-Modus, der den Stromverbrauch minimiert. Stand-by ist bei Windows über den Punkt "Herunterfahren" zu erreichen. Nach einer Tasteneingabe fährt der Rechner binnen Sekunden wieder hoch.
Keinen Strom verbraucht der Ruhezustand. Dabei speichert der Rechner alle aktuell offenen Programme und schaltet sich komplett aus. Das Hochfahren dauert hier dafür länger als aus Stand-by - aber auch hier sind alle Programme wieder offen. Ein Bildschirmschoner spart übrigens keinen Strom - besser den Bildschirm ganz ausschalten.
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Auch andere Quellen für Strom sind nicht unendlich

08.12.2008 / afp / mp
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