"Prototypen" zeigt, wo die Natur der Technik Vorbild ist
Die Ausstellung im Max-Liebermann-Haus in Berlin stellt die Modelle gegenüber
Die Ausstellung "Prototypen - Bionik und der Blick auf die Natur" im Berliner Max-Liebermann-Haus zeigt in sechs Themenbereichen, wo die Biologie der Technik als Vorbild gedient hat. "Wir zeigen, wie Bioniker vom natürlichen Vorbild aus funktionsfähige Apparaturen und Maschinen entwickeln", sagt Kurator Marcus Peter. "All das kann man hier in Berlin erstmalig in dieser Form sehen." Jedem natürlichem Modell steht ein technisches Modell gegenüber.
Die Bewegungsabläufe von Tieren haben den Technikern ebenso als Vorbild gedient wie das Schwarmverhalten der Insekten und anderer Tiere. Miniatur-Roboter helfen, das komplexe Verhalten von Ameisen zu verstehen - sofern sich diese an die Regeln halten.
"Die Ameisen haben am Anfang genauso funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben", erinnert sich Peter. "Sie haben ihren Weg durch dieses Labyrinth gesucht und dabei den kürzesten Weg gefunden. Ganz zum Schluss haben sie uns aber ausgetrickst: Sie haben einfach das Nest direkt an das Futter gebaut. Sie haben sich sozusagen ausgelagert, den Weg verkürzt und haben vielleicht für alle Logistiker eine ganz überraschende neue Routenführung entwickelt."
Aus dem Verhalten der Tiere entwickeln Forscher Algorithmen
Ameisenstaaten reagieren flexibel auf Probleme: Ameisen machen fast automatisch das, was sämtliche Artgenossen auch tun. Das liegt an den Duftmarkierungen. Das Prinzip der Ameisenalgorithmen nutzen die Software-Entwickler besonders für Routenplanungen mit mehreren Fahrzeugen und unterschiedlichen Zielen. Obwohl es Milliarden verschiedener Fahrtmöglichkeiten gibt, haben Ameisen die perfekte Route in nur wenigen Sekunden erarbeitet. Mit Hilfe virtueller Ameisen können auch die besten Fluchtwege für Notfälle ermittelt werden. Auch einige Kundensortiersysteme von Banken wurden durch die Sortierung von Ameisenlarven inspiriert.
Der Elefant hat seinen massiven Schädel erleichtert, indem er auf Hohlräume zurückgreift, die eine dünne, aber feste Oberflächenschicht umgibt. Ingenieure haben diese klassische Leichtbauweise aus der Natur beim Bau des "Bionic Car" umgesetzt - sie ließen alle Teile weg, die nicht unbedingt notwendig sind. Dadurch ist das Auto wesentlich leichter und verbraucht deutlich weniger Energie.

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Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. August 2008

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23.07.2008 / mp
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