Elektroauto Video
Scheinwerfer, Heizung und sonstige Verbraucher verringern die Reichweite
Hitze, Kälte und Stöße dürfen nicht schaden
Vom Elektroauto gehen andere Gefahren aus
"Elektroautos müssen genauso sicher sein wie Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb", sagt Thomas Aubel vom TÜV.
Temperaturen bis 75 Grad, einen Aufprall aus großer Höhe und schwere Stöße müssen die Akkus verkraften. Vom E-Auto gehen andere Gefahren aus als von herkömmlichen Fahrzeugen. "Wird nach einem Crash der Strom der Lithium-Ionen- Batterie nicht automatisch abgeschaltet, drohen Verletzungen durch Hochvoltstromschläge", erklärt Achim Schmitz. Ein Batterie-Überladen darf nicht gefährlich sein. Die technologische Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, sagt Friedrich Hecker - ebenfalls vom TÜV. Nach Checks in einer Crashanlage im niederländischen Helmond gab es vom TÜV erstmals grünes Licht für ein E-Auto (Mitsubishi i-MiEV). "Elektromobilität ist keine Zukunftsmusik, sondern unser Geschäft", erklärt Hecker.

"Jeder brauchte eine eigene Garage mit Ladestation", meint Stefan Bratzel vom Institut für Automobilwirtschaft in Bergisch Gladbach. "Man müsste öffentliche Parkplätze zum Aufladen haben, die überwacht werden, denn wer will schon über Nacht sein Kabel unbewacht aus dem Auto hängen lassen." Dabei ist die Mehrheit der Bevölkerung laut TÜV-Umfrage unter 1000 Bürgern generell aufgeschlossen: Für 54 Prozent kommt ein Kauf in den nächsten fünf Jahren infrage, Männer sind offener als Frauen.

Doch die meisten Leute lüden ihr Elektroauto zu Hause an der normalen Haushaltssteckdose auf. Das hat ein Versuch von 50 Wissenschaftlern um Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg in Köln ergeben. Deshalb wären Zusatzinvestitionen in Form von Ladesäulen erst mal überflüssig. In einer Stadt wie Köln mit einer Million Einwohnern könnten jetzt schon gut 30.000 Elektroautos fahren. Für die Leitungsnetze würde das nur gut drei Prozent mehr Stromverbrauch bedeuten, errechneten die Forscher.

Die Reichweite der Elektroautos mit den heutigen Lithium-Ionen-Batterien liege bei 180 Kilometern - danach müsste aufgeladen werden. Im Winter schrumpft die Reichweite durch das Heizen auf nur noch gut 100 Kilometer. "Aber auch das wäre kein Problem, da der Kölner im Schnitt pro Tag etwa 30 Kilometer zurücklegt."

Elektroautos seien auch für Fußgänger nicht gefährlich, obwohl sie leiser sind, hat die Studie gezeigt. Künstliche Warngeräusche seien darum unnötig. "Wir können die Ruhe der Fahrzeuge ohne Nebenwirkungen genießen."

Das Problem von Elektroautos war lange Zeit die Speicherkapazität der Batterien. Einige Hersteller hoffen darauf, dass die Batterien das Benzin in der Zukunft komplett ersetzen könnten und die Fahrzeuge größere Reichweiten erzielen.

Themenwoche
Stop or Go
Bis 2020 sollen durch Deutschland eine Million Elektroautos fahren. Auch das Straßennetz muss ausgebaut werden: Es gibt heute doppelt so viele Autofahrer wie vor 20 Jahren.
nano spezial
Strom im Tank
nano besucht die 64. Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt. Kann das Ziel von einer Million Elektrofahrzeugen in Deutschland bis 2020 wirklich erreicht werden?
Lithium-Ionen-Akkus
Deutsche Firmen verpassen den Boom
Die deutsche Industrie läuft laut einer Studie Gefahr, dem Wachstumsmarkt für Elektroauto-Batterien zu verpassen.
mehr zum Thema
Elektroauto "Mute" - Sauberes Autofahren für Jedermann Elektroautos für den Stadt- und Fernverkehr