Herrscher der Meere stehen mit dem Rücken zur Wand
"nano extra" begleitet den Haiforscher Richard Fitzpatrick im Great-Barrier-Riff
Die "nano extra"-Dokumentation "Herrscher der Meere - mit dem Rücken zur Wand" von Florian Guthknecht begleitet den Haiforscher Richard Fitzpatrick im australischen Great-Barrier-Riff. Er kämpft mit seinen Untersuchungen gegen die Ausrottung dieser Tiere. Mehr als 100 Tage pro Jahr verbringt er auf See, um das Wander-, Jagd- und Paarungsverhalten tropischer Haiarten zu erforschen. So will er an Kenntnisse kommen, mit deren Hilfe der Mensch den Haibestand vielleicht wieder stabilisieren kann.
Haie reisen auf festen Routen und haben Treffpunkte
© dpa
Haie ziehen nicht wahllos durch die Meere, sondern verfolgen feste Routen, außerdem haben sie bestimmte Treffpunkte. Das haben Forscher der Universitäten Stanford und San Diego entdeckt. Die Wissenschaftler hatten Haie mit elektronischen Peilsendern ausgestattet und anschließend ihre Wege verfolgt: Die Tiere reisen wie auf Autobahnen und legen an festgelegten Punkten Zwischenstopps ein. Genau diese Routen müssten nun besser geschützt werden.
Richard Fitzpatrick erforscht die Wanderungen der Haie
"Wir wissen ganz gut über ihre Anatomie und Physiologie Bescheid, aber wir wissen so gut wie nichts über den Hai-Alltag, wann sie fressen oder wie tief sie tauchen", sagt Hai-Experte Richard Fitzpatrick. Seit 15 Jahren arbeitet er mit ihnen und erforscht ihre Wanderungen. "Wir brauchen so schnell wie möglich Daten: Immer mehr Arten sind vom Aussterben bedroht. Ich will einzelne Individuen über Jahre begleiten." Dazu markiert er ausgewählte Tiere mit einem Computerchip, der so funktioniert wie der für Hunde.
Der Mensch bedroht die uralten Überlebenskünstler
Mehr als 850 verschiedene Haiarten sind bekannt, und Jahr für Jahr werden neue entdeckt. Schließlich sind sie evolutionär alt und die heutigen Vertreter der Knorpelfische, einer uralten Variante der Fische, bei denen es sich heute zumeist um die Knochenfische handelt. Doch Haie sind immer noch unbekannte Wesen; sie haben sich perfekt an die Ökologischen Nischen ihrer Umgebung angepasst. So tarnt sich der Wobbegong und lauert am Boden. Er ist ein schlechter Schwimmer.
Forscher warnen: Das Great-Barrier-Riff ist akut bedroht
Der größte marine Schutzpark der Welt ist die Heimat der Tigerhaie: Das Great-Barrier-Riff, in dem Fischen vollständig verboten ist. Am 1. Juli 2004 hat die Australische Regierung die "no take"-Zone von 4,5 auf 33,5 Prozent und damit auf fast 120.000 Quadratkilometer vergrößert. Doch schon eine Monokultur an Land kann ein ganzes Ökosystem bedrohen: Ein durch die Düngemittel der Zuckerrohr-Pflanzer verseuchter Fluss tötet die Jungfische der Haie, die in Mangrovensümpfen und Flussmündungen leben.

"nano extra":
Herrscher der Meere
Freitag, 18. August 2006
18.30 Uhr in 3sat

Wiederholung am 14. August 2008 um 18.30 Uhr und am 15. August 2008 um 9.45 Uhr in 3sat



Flirt mit dem Tigerhai

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Erst schlemmen, dann fasten
Haie werden zum Opfer der Menschen

10.01.2006, zuletzt aktualisiert am 19.02.2008 / mp
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