Die Olympischen Spiele 2004: Sportfest der Superlative
Moderne Technik, ausgefeilte Diagnostik und Hightech sollen in Gold münden
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Die Spiele in Athen beschwören deren Mythos. Hier fanden sie schon in der Antike statt. Hier traf sich schon Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung die Jugend der Völker zum Wettkampf zu Ehren des Göttervaters Zeus. Von hier aus nahmen auch die Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 ihren Lauf, verbunden mit der Idee Baron Pierre de Coubertins von "geistiger und körperlicher Ertüchtigung", vom "Weltfrieden" und von "gesunder Demokratie und friedlichem Internationalismus".
Die Farbe Rot kann Sportlern auch zu Gold verhelfen
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Durch rote Kleidung können Sportler offenbar ihre Siegchancen im Wettkampf deutlich verbessern. Wissenschaftler der britischen Uni Durham untersuchten die Ergebnisse von vier Kampfsport- Disziplinen bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 und kamen zum Ergebnis, dass rot gekleidete Athleten in 55 Prozent der Fälle den Sieg über ihre andersfarbig gekleideten Gegner davontrugen. Der Vorteil sei so ausgeprägt, dass die Forscher neue Spielregeln für die Kleidungsfarbe anregten.
Antike Hightech gegen Fehlstarts bei Olympia
Bei den antiken Olympischen Spielen gab es bereits eine ausgefeilte Startvorrichtung, um Fehlstarts zu vermeiden. Das hat der kalifornische Archäologe Stephen G. Miller herausgefunden. Er untersuchte dazu die antiken Überreste des vor 30 Jahren ausgegrabenen Stadions von Nemea und stieß dabei auf seltsame Löcher in den Steinrillen. Vasenbilder gaben erste Hinweise, antike Berichte weitere: Hier wurde die Startlinie aufgespannt, die durch Seilzug des Starters wieder im Boden verschwand.
Turner: Betrogen von den eigenen Sinnen
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Nicht nur die Muskeln leistet beim Turnen Schwerstarbeit, sondern auch das Gehirn und der Gleichgewichtssinn - doch manchmal muss der Athlet gegen sie arbeiten, weil sie ihn zu "betrügen" versuchen. Bei untrainierten Menschen führt so etwas zu Desorientierung, Schwindel und Erbrechen - doch Athleten haben ihr Kleinhirn daran gewöhnt, immer nur dem Sinn zu vertrauen, der in dem Moment auch zuverlässige Daten liefert - die restlichen Signale werden ignoriert.
Antikes Olympia: Faustkampf bis auf die Knochen
"Der antike Sport muss sehr brutal gewesen sein", meint Prof. Gert-Peter Brüggemann. "Wenn wir betrachten, welche Kräfte in unseren Dummy eingetragen wurden bei Verwendung der Riemchen und welche extremen Druckspitzen dort auftraten, können wir feststellen, dass dieses Boxen, dieser Sport ganz eindeutig auf Verletzung des Gegners ausgelegt war!" Wissenschaftler der Sporthochschule Köln strebten den Vergleich zwischen antiken und modernen Sportlern an.
Limbisches System lässt Bogenschützen erzittern
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Der schlimmste Feind des Bogenschützen bei seiner Hatz auf Goldmedaillen ist sein Gehirn: Sein limbisches System startet die Stressreaktion; die Nebennieren beginnen darauf hin, die Hormone Adrenalin und Noradrenalin auszuschütten.
Was passiert beim Boxen im menschlichen Körper?
Ein Boxer muss – mindestens für die Dauer des Wettkampfes – aufhören, ein Mensch zu sein. Sein Ziel ist es, den Gegner zu neutralisieren. Dafür stehen der Box-Maschine bestimmte Angriffs-, Verteidigungs- und Täuschungstechniken zur Verfügung, wobei der Gegner die gleichen Techniken benutzt. Doch die Art und Weise, wie er sie in verschiedenen Kampfsituationen kombiniert und bewegungsmäßig ausführt, birgt die Überraschung. Die Maschine soll den Gegner provozieren und beobachten.
Kurzsteckenlauf: Ein Kampf um Hundertstel Sekunden
Der Kurzsteckenlauf, der Kampf um die hundertstel Sekunden, beginnt, bevor ihn die Zuschauer wahrnehmen. Direkt nach dem Startschuss, wenn sich noch kein Sportler von der Stelle gerührt hat, ist der Wettkampf bereits in vollem Gange: Die Nervenimpulse der Sprinter laufen um die Wette. Die Impulse gelangen vom akustischen Rezeptor über den Hörnerv ins Gehirn und werden als Startschuss erkannt. Erst jetzt kann ein Bewegungsprogramm entworfen werden, das erste Befehle an die Muskeln sendet.
Was passiert beim Gewichtheben im Körper?
Nur wenige Augenblicke dauert beim Gewichtheben der Übergang vom normalen Körperzustand zu einem beinahe übermenschlich belasteten. In jedem Augenblick gibt es dabei nur die einzige richtige Haltung des Skeletts und der Muskeln, die es ermöglicht, nicht zerbrochen, zerrissen und zerdrückt zu werden. Um die Muskeln und Knochen zu unterstützen, muss das innere Chemiewerk dabei für Millisekunden eine Menge von Stoffen herstellen. Es arbeitet dabei auf Hochtouren.
Doping-Kontrollen bei den Olympischen Spielen in Athen
An den Slogan "Keine Macht den Drogen" wird sich wohl in Athen niemand mehr erinnern. Die Doping-Methoden werden immer einfallsreicher, so dass dopingfreie Spiele ziemlich unwahrscheinlich sind. Oft wissen die Doping-Fahnder noch nicht einmal, nach was sie suchen müssen. Neuerdings warnen Experten außerdem vor Gen-Doping. Der Missbrauch mit eingeschleusten Genen würde sich nur schwer beweisen lassen. In Athen wird sicher eine neue Runde im Kampf gegen das Doping eingeläutet.
Auch der Kopf entscheidet bei Sportlern über den Sieg
"Im Hochleistungsbereich ist die Sportpsychologie absolut wichtig, weil sie auf einem Niveau ist, bei dem die Athleten vom körperlichen her fast auf der gleichen Ebene arbeiten", so der Sportpsychologe Werner Mickler. "Von daher entscheidet sich also in kritischen Situationen, wie mental stark sie in den Situationen sind, ob sie in der Lage sind mit dem Wettkampfstress umzugehen, und was ich viel entscheidender finde, ob sie in der Lage sind auf den Punkt genau ihre Leistung abzurufen."
Training für Olympia mit modernsten Messmethoden
Die richtige Technik, eine gute Kondition und viel Taktik entscheiden über die tausendstel Sekunde, die wiederum den Unterschied zwischen olympischen Gold und einem der hinteren Plätze ausmacht. Der beste deutsche Hürdenläufer, Mike Fenner, trainiert darum im Olympiastützpunkt Berlin mit modernsten Messmethoden. Die Ergebnisse sollen aber nicht nur Fehler aufzeigen, sondern auch Selbstvertrauen geben. Fenner muss darauf vertrauen, dass das Training ideal auf ihn abgestimmt ist und er in Topform ist.
Die "Goldschmiede" für Olympia steht in Berlin
"Goldschmiede" nennt man das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin schon mal gerne, denn das Material, das von hier stammt, gibt öfters mal beim Kampf um die Medaillen den Ausschlag. Hier werden Sensoren an Ruderboote eingebaut, Fahrräder aus Kohlefasergewebe modelliert und die Schäfte der Gewehre an "ihre" Sportschützen angepasst. Denn so ein Schaft muss die nötige Ruhe beim Zielen ebenso erbringen und den Schwerpunkt nach vorne oder hinten verlagern.


Doping im Sport: Jeder Preis für den Erfolg ist recht

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25.08.2004, zuletzt aktualisiert am 19.05.2005 / mp
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