Der Darwin-Code: zum 200. Geburtstag Charles Darwins
Evolution in der Wissenschaft, Kultur, Philosophie und im öffentlichen Leben
Flash-Animation: Darwin, sein Leben und seine Theorien
3sat hat im Darwin-Jahr beschlossen, über das ganze Jahr verteilt die thematische Vielfalt der Evolutionstheorie zu präsentieren. Da die Theorie, in alle Bereiche der Wissenschaft, Kultur, der Philosophie und des öffentlichen Lebens hineingesickert ist, will auch 3sat sein Programm mit Evolutionsthemen "durchdringen". Auftakt ist ein Themenwoche zum 200. Geburtstag von Charles Darwin, in der sich die Regelprogramme des Themas Evolution auf unterschiedlichste Weise annehmen.
Eine Dokumentation widmet sich dem Konkurrenzkampf zwischen Charles Darwin und Russel Wallace, die andere beschäftigt sich mit der Evolution unserer Gene und der Bedeutung der "Junk-DNA". Ein "wissen aktuell" und die Sendungen "nano", "kulturzeit", "scobel" und "hitec" nähern sich dem Thema auf unterschiedlichste Art und Weise.
Gib dem Affen Zucker: Darwin veränderte unser Weltbild
Sonntag, 11. Januar 2009, 9.15 Uhr: Der Schweizer Historiker Philipp Sarasin hat sich zu Darwins 200. Geburtstag mit dem Denker auseinandergesetzt und in seinem Buch "Darwin und Foucault" zwei Köpfe zusammengebracht, die beide radikal mit Traditionen gebrochen haben.
Meilensteine aus sechs Millionen Jahren Menschheit
© dpa
Montag, 12. Januar 2009, 18.30 Uhr: "nano": Als Homo sapiens (verständiger Mensch) ist der Mensch die einzige heute lebende Art aus der Familie der Hominiden (Menschenartige). Die meisten sind jedoch keine direkten Vorfahren des Menschen, sondern starben wie der Neandertaler aus - was zeigt, wie knapp oft das Überleben des modernen Menschen gewesen ist. In der folgenden Auflistung einiger spektakulärer Ausgrabungen ist jeweils das Alter der Fundstücke angegeben. Die Lebensspanne der einzelnen Arten überschnitt sich häufig.
Der "Kaplan des Teufels" und die Theorie der Evolution
Montag, 12. Januar 2009, 20.15 Uhr: Als Darwin am 12. Februar 1809 als fünftes von sechs Kindern einer wohlhabenden Familie in Shrewsbury geboren wird, ist die Genese der Menschheit noch eng mit der Schöpfungsgeschichte der Bibel verbunden. Der Schüler Charles Darwin lässt nicht ahnen, dass er diese Ansichten einst revolutionieren wird. Selbst sein Vater hält ihn eher "für einen sehr gewöhnlichen Jungen, eher etwas unter dem Durchschnitt" und schickt ihn zum Medizinstudium nach Edinburgh.
Wieviel Mensch steckt im Affen, wieviel Affe im Mensch?
Montag, 12. Januar 2009, 21 Uhr: Erst vor fünf bis sechs statt vor sieben Millionen Jahren haben sich die Linien am Primaten-Stammbaum endgültig getrennt. Danach gab es keine "freiwilligen Fortpflanzungsgemeinschaft" mehr zwischen dem "weisen Menschen" und dem "Höhlenschleicher", deren Gesamterbgut sich ohnehin zu 98,5 Prozent gleicht, auch wenn das Menschenhirn dreimal so groß ist wie das des Schimpansen. Zwei sexuell inkompatible Populationen - Spezies also - waren somit entstanden. Die Sendung "Mensch Affe" untersucht in einem Experiment, was den Menschen von seinem engsten Verwandten, dem Schimpansen, trennt.
Gefährliche Mahlzeiten: Wie Nahrung das Erbgut beeinflusst
Montag, 12. Januar 2009, 21.30 Uhr: Das, was wir essen, bestimmt, welche Gene in unserem Körper aktiv sind. Nahrung kann Gene ein- und ausschalten. Doch damit nicht genug: Manche dieser Schalterstellungen sind wahrscheinlich über mehrere Generationen vererbbar, sagen Forscher.
Die ganze Sendung "Gefährliche Mahlzeiten" in der Mediathek
Rücksicht auf andere ließ Primatenhirne so groß werden
Dienstag, 13. Januar 2009, 18.30 Uhr: "nano": Weißbüscheläffchen (Callithrix jacchus) sind nach einer Zürcher Studie rücksichtsvolle Tiere. Wissenschaftler erklärten, besonders auffällig sei, dass bei dieser Affenart wie bei den Menschen viele Gruppenmitglieder die Kinder aufziehen. Der Übergang zur kooperativen Jungenaufzucht könnte demnach die Menschwerdung in Gang gebracht haben. "Das ist der Schlüssel, warum das Gehirn in zwei Millionen Jahren drei Mal größer geworden ist", meint der Primatologe Carel van Schaik.
Darwin überspitzt: In Cambridge lagern Karikaturen
Dienstag, 13. Januar 2009, 19.20 Uhr: Kulturzeit: Charles Darwin war zu Lebzeiten ein umstrittener und oft belächelter Wissenschaftler, der auch mit spitzer Feder aufs Korn genommen wurde. In der Universitätsbibliothek Cambridge wird eine Mappe archiviert, in der Darwin Karikaturen von sich und seiner Evolutionstheorie aufgehoben hat - sorgsam ausgeschnitten aus Zeitungen oder Satireblättern. Diese Sammlung zeigt, dass Darwin die zeitgenössische Diskussion um sein Werk, aus der er sich selbst stets herausgehalten hat, aufmerksam verfolgt hat.
In Berlin schlagen Forscher neue und alte Arten nach
Mittwoch, 14. Januar 2009, 18.30 Uhr: "nano": "Wir haben hier eine Referenzsammlung", sagt der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht vom Berliner Naturkundemuseum. "Immer, wenn wir neue Arten finden, müssen wir sie mit denen vergleichen, die wir im Museum haben." 130.000 Fische gibt es, die Typusexemplare, anhand derer die Art definiert worden ist, tragen einen roten Punkt. Und 600.000 Käfer, eine der größten Sammlungen der Welt. "Käfer haben eine sehr reichhaltige ökologische Radiation erfahren", weiß Glaubrecht.
Wissenschaftler sind dem Code des Lebens auf der Spur
Mittwoch, 14. Januar 2009, 20.15 Uhr: Unsere Welt ist bunt und voller Vielfalt - Artenvielfalt, die durch natürliche Auslese entsteht. Der Fitteste gewinnt, er ist am besten an sein Lebensumfeld angepasst. Mit dieser Erkenntnis bringt Darwin die Weltsicht seiner Zeit ins Wanken, denn bedeutet, dass sich auch die Krone der Schöpfung, der Mensch, nach den Gesetzen der Evolution entwickelt hat. In Jahrmillionen erhebt er sich über die Natur und erobert einen ganzen Planeten. Forscher sind dem Code des Lebens auf der Spur: den Genen. Der Wissensabend "wissen aktuell: die Zukunft der Evolution fragt, wo heute noch Evolution stattfindet, und wohin sich die Arten der Erde noch entwickeln könnten.
"Eine höhere Macht hat Erde und Leben erschaffen"
Donnerstag, 14. Januar 2009, 18.30 Uhr: "nano": 150 Jahre nach Darwins fundamentaler Erkenntnis zur Entstehung der Arten glauben laut einer repräsentativen Infratest-Umfrage 50,4 Prozent der Deutschen, eine höhere Macht habe die Erde und das Leben auf ihr erschaffen. Fachleute schätzen, dass 1,3 Millionen Deutsche überzeugte Kreationisten sind. 28,8 Prozent bezweifeln, dass Affe und Mensch einen gemeinsamen Vorfahren haben. Angesichts des Streits um den Kreationismus hat der Vatikan die Evolutionstheorie gewürdigt.
Darwins langer Schatten: Genese des Sozialdarwinismus
Donnerstag, 15. Januar 2009, 20.15 Uhr: "nano extra": "Darwins langer Schatten" verfolgt die Entwicklung des gesellschaftlichen Menschenbildes durch die Evolutionstheorie und zeigt, welche zum Teil dramatischen Folgen sich dadurch ergeben haben, dass die Abstammungslehre auf die menschliche Gesellschaft übertragen wurde.
"scobel" - mehr Wissen über: Charles Darwin
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Donnerstag, 15. Januar 2009, 21 Uhr: Charles Darwin veränderte mit seinen Untersuchungen über Tiere und Pflanzen und mit den theoretischen Überlegungen, die sich daraus auch für den Menschen ergaben, unsere Kultur. Viele glauben, Darwin habe den tierischen "Kampf ums Überleben" auf den Menschen übertragen wollen. Dass er mit seiner Theorie deshalb für den Nationalsozialismus, wie auch für den leider immer noch existierenden Rassismus, die passenden Argumente geliefert hätte, ist eine Meinung, die sich hartnäckig gehalten hat. Gert Scobel diskutiert mit Gästen aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft unter anderem über die Bedeutung des Darwinschen "Survival of the Fittest" und darüber, ob Darwin den "Kampf ums Überleben" auf die Gesellschaft übertragen sehen wollte.
Die ganze Sendung "scobel" in der Mediathek
"Evolution ist eine Tatsache, das Schnabeltier existiert"
Freitag, 14. Januar 2009, 18.30 Uhr: "nano": Die verschiedenen Lebewesen sind so komplex, dass sie alleine mit der Evolutionstheorie nicht erklärbar sind, behaupten Kreationisten. Doch Biologen halten entgegen: Der Mensch kann sich gar nicht vorstellen, was mehr als zwei Milliarden Jahre Zeit für die Evolution bedeuten. Selbst kleine Schritte führen weit, wenn nur genug davon gegangen werden - und Jahrmilliarden reichen bei geringsten Wahrscheinlichkeiten. "nano" sprach mit dem Kasseler Evolutionsbiologen Prof. Ulrich Kutschera.
"Schimpansen können den Rufen einen Inhalt zuordnen"
Freitag, 14. Januar 2009, 18.30 Uhr: "nano": "Schimpansen sind durchaus in der Lage, ihren verschiedenen Rufen einen semantischen Gehalt zuzuorden", hat der Schweizer Biologe Klaus Zuberbühler von der schottischen St.-Andrews-Universität bei seinen Untersuchungen in der Feldstation des Budongo-Reservats im Norden Ugandas herausgefunden. "Sie können aus den akustischen Unterschieden ziemlich deutlich ableiten, welches soziale Ereignis stattgefunden hat und dementsprechend ihr Verhalten anpassen."
Das Geheimnis der Junk-DNA: seltsame Phänome der Gene
Freitag, 16. Januar 2009, 20.15 Uhr: "Das, was wir für Gen-Schrott gehalten haben, zeigt uns jetzt, wie naiv wir waren", so der Genetiker Mark Stoneking. Bei der Vererbung werden viel mehr genetische Informationen aus den Erbanlagen "ausgelesen" , als Genforscher bislang annehmen. Große Bereiche der DNA kodieren scheinbar keine Proteine oder steuern das Ablesen der Gene, sondern zeigten den Forschern bisher keinen erkennbaren Nutzen. Jetzt erkenne Biologen, wie wichtig dieser "genetische Müll" wirklich ist.
Die Erfindung des Fliegens: Wie haben Tiere die Luft erobert?
Samstag, 17. Januar 2009, 18 Uhr: Der Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit. Während sich der Mensch diesen Wunsch nur mit technischen Mitteln erfüllen kann, haben es viele Tiere im Laufe der Evolution "gelernt". Der Ursprung des Fliegens liegt weit zurück in der Erdgeschichte. Schon vor Jahrmillionen kreuzten die Saurier durch die Lüfte. Aber sie waren nicht die Ersten, die den Luftraum erobert haben. Insekten "erfanden" wohl als erste diese neue und praktische Art der Fortbewegung.


Darwin: Vita, die Reise der Beagle und die Evolution des Lebens


Sehen Sie den Beitrag "Meilensteine aus sechs Millionen Jahren Menschheit " in unserer Mediathek


Sehen Sie den Beitrag "Rücksicht auf andere ließ Primatenhirne so groß werden" in unserer Mediathek



Sehen Sie die Sendung "scobel" in der Mediathek



Sehen Sie die Dokumentation "Das Geheimnis der Junk-DNA" in unserer Mediathek

Evolution: Die Gene müssen weitergeben werden
Evolution: der Mensch auf dem Weg durch die Zeit



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30.10.2008, zuletzt aktualisiert am 16.01.2009 / mp
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