"nano spezial": Afrika - Kontinent mit vielen Gesichtern
Bildung auf dem "Schwarzen Kontinent" zwischen der Moderne und alter Tradition
In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sind 45 Millionen Kinder vom Schulbesuch ausgeschlossen. Das sind zwar 23 Prozent weniger als noch 1998 Jahren, aber immer noch viel zu viele, deren Eltern so arm sind, dass sie nicht auf ihre Mitarbeit verzichten können, geschweige denn Geld für Schulmaterialen aufbringen können. Der Modernisierung nach westlichem Vorbild aber fallen traditionelle Formen der Wissensvermittlung zum Opfer, wahre Schätze afrikanischer Kulturen.
Burkina Faso
Senegal
Kongo (DR)
Wer das Schulgeld nicht aufbringen kann, muss gehen
"Es reicht hinten und vorne nicht", sagt Philippe Makomba, Grundschullehrer in der Demokratischen Republik Kongo. "Uns fehlen Material und Bücher." Zwar haben manche Kinder ein Heft von Unicef bekommen, doch wenn es voll ist, müssen sie auf ein neues warten, bis die Eltern Geld dafür haben. Ein Buch haben viele noch nie in der Hand gehabt. Auch findet Unterricht oft in zwei Schichten statt, weil die Schule zu klein ist. So macht die eine Hälfte den Schulhof sauber, während die andere lernt.
"Afrikas Biologen kennen die Probleme des Alltags"
"Der afrikanische Wissenschaftler wird neben seiner theoretischen Arbeit auch in seinem Alltag mehr mit den Problemen der Menschen konfrontiert", sagt der Biologie-Professor Adjima Thiombiano von der Universität Ouagadougou in Burkina Faso, der einzigen des Landes, an der auch Biologie unterrichtet wird. "Er findet wahrscheinlich deshalb die besten Lösungen für hiesige Umweltprobleme." Mehr als 80 Prozent der Einwohner Burkina Fasos leben von und mit der Natur.
"Wer in einer oralen Kultur lebt, legt das nicht rasch ab"
"Wenn man in einer stark oral geprägten Kultur lebt, entwickelt man bestimmte Verhaltensformen, die man nicht einfach von einem Tag auf den nächsten loswerden kann", schildert der Linguist Ibrahima Diagne von der Universität Dakar im Senegal. "Dass ist der Grund, dass sich trotz Einführung der Schriftlichkeit durch die französische Kolonialherrschaft die Oralität gehalten hat. Hier hat es vorher überhaupt keine Schrift gegeben." Erst jetzt entwickeln Forscher Schriften für einen Teil der lokalen Sprachen.


Mit dem Thementag "Echt Afrika" begibt sich 3sat 24 Stunden lang auf Entdeckungsreise in einen oft verkannten Teil der Erde.



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Zum Thema sprechen wir mit dem Historiker, Geographen und Sozialanthropologen Prof. Mamadou Diawara von der Universität Frankfurt (Main)

16.05.2008, zuletzt aktualisiert am 21.05.2008 / mp
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