Wo gar nichts ist, kann auch noch viel weniger sein
Der Casimir-Effekt erzeugt negative Energien, weil er dem Vakuum Energie abringt
Der Casimir-Effekt lässt eine Kraft wirken, wo nichts ist - im nahezu perfekten Vakuum wirkt die Quantenmechanik: Im Vakuum entsteht zwischen zwei sehr eng benachbarten Platten ein Sog - ein negativer Druck. Da die Energie des Vakuums gleich null ist, muss dort also negative Energie herrschen. Die Erklärung ist eine quantenmechanische: Das Vakuum ist nicht gänzlich leer. Spontan entstehen virtuelle Teilchen und ihr Antiteilchen und vernichten sich sogleich wieder.
Das ist nicht die Erschaffung der Materie aus dem Nichts, denn die Energie wird nur "ausgeborgt" und gleich wieder "zurückgegeben". Die Heisenbergsche Unschärferelation erlaubt das. Zwischen den beiden Platten ist der Raum allerdings sehr eng: Nur Teilchen sehr kleiner Wellenlänge "passen" da zwischen, "größere" nicht.
Damit können "draußen" mehr virtuelle Teilen entstehen als "drinnen" - es entsteht wie beim Unterdruck der Luft ein Sog. Herrscht dort weniger Druck, muss es dort auch weniger Energie geben als im "draußen" - doch das "Draußen" hat bereits null Energie. "Drinnen" herrscht also negative Energie. Inzwischen ist es den Forschern geglückt, den Effekt der Casimir-Kraft in Flüssigkeiten umzukehren, so dass Nano-Maschinen nicht mehr gebremst, sondern sogar beschleunigt werden.


Ein körniges Weltall lässt den Quantenschaum brodeln


Was die Welt im Innersten zusammenhält

09.04.2008 / mp
zurück Seitenanfang Druckversion Artikel versenden 3sat / nano [E-Mail]