Für zwei Drittel der Camper wird das "nano"-Camp bitter
Wissenschaft als Abenteuer erleben: "nano"-Camp an der Ruhr-Universität Bochum
Luisa beim Geschmackstext, durchgeführt von Jennifer Spehr  © Markus Peick für 3sat
Für zwei Drittel der Teilnehmer wird das Camp am Donnerstag, 14. Juni 2007 bitter - für den Rest weniger: Ihnen fehlt vermutlich das Gen für den Bittergeschmacks-Rezeptoren, der auf Phenylthiocarbamid (PTC) reagiert. Die Mehrzahl der Europäer nimmt bittere Substanzen bis zu 1000 Mal besser wahr als die restlichen 30 Prozent der Bevölkerung. Im "nano"-Camp werden die Jugendlichen mehr über ihren Geschmacks- und Geruchssinn herausfinden - bis hin zur Ebene der Moleküle.
Fast alle "nano"-Camper bewiesen eine feine Zunge
© Markus Peick für 3sat
Pascal und Caro erlebten eine Überraschung beim "nano"-Camp: Beim Geschmackstest auf den Bitterstoff PTC hatten sie noch vermutet, den Stoff jeweils schmecken beziehungsweise nicht schmecken zu können - sicher waren sie sich aber nicht. Erst der Gentest brachte ihnen die Erkenntnis, wie es wirklich ist, denn er zeigte den beiden, dass sie die entsprechende Erbinformation eben doch besaßen - oder eben nicht. Tragisch ist das nicht, erläuterte ihnen Lehrstuhlinhaber Prof. Hanns Hatt.
Millionen Zellen arbeiten zusammen, damit wir riechen
"Wir haben 350 verschiedene Duft-Rezeptoren, wobei jeder einzelne eine ganz bestimmte Duftklasse wie Vanille, Buttersäure oder Moschus wahrnehmen kann und dafür spezifisch ist", erläutert Prof. Hanns Hatt vom Institut für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum. "Das Riechen wird erst im Gehirn zu einem Armona zusammengebaut, so wie es die Rezeptoren analysiert haben." Gerüche werden über die Sinneszellen der Riechschleimhaut wahrgenommen.
Tagebuch von Katja: anderes Labor - anderer Geschmack
© Markus Peick für 3sat
Irgendwann so gegen 7 Uhr klingelt der erste Wecker. Klamotten werden zusammen gesucht und ab unter die Dusche. Nach den Erfahrungen aus den ersten Tagen werden alle nach Zecken abgesucht, glücklicherweise sind heute alle clean. ;) Das über-üppige all-inclusive-Frühstück verzehrt sich nahezu von selbst.
Der Duft von Maiglöckchen lockt die Spermien zur Eizelle
© Ruhr-Universität Bochum
"Wir haben entgegen der Meinung der Nobelpreisträger, die 1991 Duftrezeptoren gefunden haben und dachten, sie kämen nur in der Nase vor, zeigen können, dass sie auch in Spermien vorkommen", sagt Prof. Hanns Hatt vom Institut für Zellphysiologie in Bochum. "Sie riechen dort den Duft der Eizelle, um den Weg zu finden." Ein Maiglöckchenduft - das Aldehyd Bourgeonal sowie auf Zyklamal - lockt Spermien an. Um Verhütungsmethoden zu konzipieren, seien aber weitere Studien notwendig.
Gen spielt mit bei der Abneigung gegen Kohl und Spinat
© ap
Die Abneigung gegen Kohl und Spinat kann genetisch bedingt sein. Sie treffe vor allem Menschen, die Dank eines Allels spezielle Bitterstoffe besonders gut wahrnehmen. Das haben Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke herausgefunden. Wer die Bitterstoffe dagegen gar nicht wahrnehme, tendiere zu einem erhöhten Fettkonsum und damit erhöhtem Körpergewicht, teilte das Institut mit. Die Allele bestimmen damit das Ernährungsverhalten.


"nano"-Camp 2007: Übersicht, Programm und die "nano"-Camper


Sehen Sie die Fernsehbeiträge dieses Tages im "nano"-Camp in unserem Web-TV:
Anmoderation
Bericht
Moderation
Reportage
Abmoderation

22.05.2007, zuletzt aktualisiert am 04.07.2007 / mp
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