Whiskey, Kakao und Gewürze in wertvoller Pulverform
Wissenschaft als Abenteuer erleben: "nano"-Camp an der Ruhr-Universität Bochum
Pascal hält Blue Curaçao, Rosmarin-Extrakt und Roibusch-Tee in Pulverform  © Markus Peick für 3sat
Am Mittwoch, 13. Juni 2007 machen die "nano"-Camper alles zu Pulver, was eigentlich flüssig sein sollte: Whiskey, Kakao und auch Gewürzpasten mit den wertvollen Antioxidantien halten mehr als eiskaltem Kohlendioxid unter hohem Druck stand, verwandeln dabei aber nicht ihren Aggregatzustand - und werden dennoch zu einem Pulver, das nach wie vor alle wertvollen Zutaten enthält und sicher einkapselt. Wichtige Inhaltsstoffe werden so nicht zerstört, was die Lebensmittelindustrie begrüßt.
Cognac-Pralinen so dünn wie ein menschliches Haar
© Markus Peick für 3sat
Nur zwischen 50 und 100 Mikrometer und damit gerade einmal so dick wie ein menschliches Haar waren die Pralinen, die die "nano"-Camper bei den Bochumer Verfahrenstechnikern produziert haben: Sie haben mit per "Particles from Gas Saturated Solutions" (PGSS) Cognac und Schokolade in eine bei Raumtemperatur stabile Pulverform überführt. Das Geheimnis liegt in Hochdruck und tiefen Temperaturen, mit denen die Lebensmittel mit dann flüssigem Kohlendioxid zu Pulverform verblasen werden.
Mit genug Druck und Kohlendioxid wird alles zu Pulver
"Die Mühle ist ein klassisches Verfahren, um Lebensmittel in Pulver zu überführen", sagt die Bochumer Verfahrenstechnikerin Dr. Sabine Kareth, "das ist seit Jahrtausenden von der Menschheit erprobt. Aber es gibt Substanzen, die man im klassischen Sinne so nicht verarbeiten kann - da muss man sich andere Tricks einfallen lassen. Ein Trick ist es, hohe Drücke und Kohlendioxid anzuwenden." Selbst Butter wird verpulvert: Die Fette werden zu kleinen Kugeln, die die Industrie weiter verarbeiten kann.
"Nirgends stirbt man so schön wie im 'nano'-Camp"
© Markus Peick für 3sat
"Kommt, lasst uns noch ein wenig weitermachen", riefen die "nano"-Camper: André Dinter von den " Hottenlotten" hatte den Jugendlichen die Grundzüge des Improvisationstheaters gezeigt. Die waren davon so begeistert, dass sie gar nicht mehr aufhören wollten und weitere Spiele improvisierten. "Wichtig ist, dass man in der Gruppe arbeitet und sich jeder für die Geschichte verantwortlich fühlt", so Dinter. "Sie muss ja schließlich immer weitergehen!"
Tagebuch von Lukas: "du spinnst doch" um sieben Uhr
© Markus Peick für 3sat
7.10 Uhr: Mein Wecker klingelt. Ich höre ein, "du spinnst doch!", von Markus. Er meint damit, dass ich 1,5 Stunden früher aufstehe, nur, um trainieren zu gehen (irgendwie hat er damit ja auch Recht). Egal; ich quäle mich aus dem Bett, zu meiner Überraschung kommt Pascâl mit. Die beiden Mädels, Caro und Luisa, sind wie erwartet zu spät.


"nano"-Camp 2007: Übersicht, Programm und die "nano"-Camper


Sehen Sie die Fernsehbeiträge dieses Tages im "nano"-Camp in unserem Web-TV:
Anmoderation
Bericht
Moderation
Reportage
Abmoderation

22.05.2007, zuletzt aktualisiert am 04.07.2007 / mp
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