Wir sind Klimawandel
Energetisch überarbeitete Gebäude sind eine Möglichkeit Energie zu sparen
"Kleinvieh macht auch Mist" und spart Energie
Technik und Engagement gegen den Klimawandel
33 Prozent Energie könnten die Deutschen bis 2050 sparen und so den Kohlendioxidausstoß um zwei Drittel gegenüber 2005 reduzieren, behauptet Roger Corradini, Forschungsstelle für Energiewirtschaft.
"Wir ziehen diesem Haus eine Art Winterpullover an"
"Die Energieerzeuger blockieren Kraft-Wärme-Kopplung"
Klimaschutz fängt in den eigenen vier Wänden an
"Hierzu müssen wir stets die effizienteste Technik zum Einsatz bringen, aber auch jeder Einzelne muss sein Verhalten deutlich umweltbewusster gestalten", sagt Corradini. Man könne den Stromverbrauch um 40 Prozent verringern, "ohne dass wir weniger Geräte haben", hofft Dr. Stefan Lechtenböhmer vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie: "Kleinvieh macht auch Mist."
Auch das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie kommt zu dem Schluss, dass theoretisch allein über effiziente Nutzung von Energie 35 bis 45 Prozent der Kohlendioxidemissionen zu vermindern wären. Dabei geht es sowohl um einen höheren Wirkungsgrad bei der Erzeugung von Strom und Wärme, als auch um deren sparsame Nutzung.
Allein bei Sanierung von Gebäuden und schärferen Energiestandards für Neubauten sieht das Institut gigantische Energiesparmöglichkeiten von bis zu 90 Prozent gegenüber heute. Die Kosten von 13 Milliarden Euro allein für München ließen sich verteilen, so Lechtenböhmer: "Sie müssen die Gebäude ohnehin hin und wieder überarbeiten und die Fassade erneuern. Wenn Sie in dem Moment Wärmedämmung aufbringen, sind die Zusatzkosten vergleichsweise gering. Über die eingesparten Energiekosten amortisiert sich das auch."
Die Warmwasserbereitung könne bis zu 50 Prozent sparsamer werden, zeigen die Berechnungen des Wuppertal-Instituts. Zu 75 Prozent sei die Spartechnik bereits vorhanden, sagt Lechtenböhmer. Autos und Flugzeuge könnten bis zu 60 Prozent sparsamer werden. Das Motto laute: "umsteigen auf Bus, Bahn und Fahrrad." Das aber, so Lechtenböhmer, müsse nicht unkomfortabel sein: mit bequemen Fahrrädern auf modernen Rad-Highways beispielsweise.
"Kraft-Wärme-Kopplung ist der Bereich, in dem wir die fossilen Brennstoff noch am ehesten einsetzen sollten, weil wir sie eben sehr effizient einsetzen können", sagt Lechtenböhmer. "Langfristig sollte der Weg natürlich zu den erneuerbaren Energien gehen." "Erneuerbare Energien im Zusammenspiel mit Energieeffizienz können 2050 die Hälfte des gesamten Energiebedarf decken und so den weltweiten Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid halbieren", heißt es im Greenpeace-Bericht "Energy Revolution". Bis 2020 könne man doppelt so viel Strom aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse gewinnen, schätzt das Wuppertal-Institut.
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29.06.2005, zuletzt aktualisiert am 02.12.2009 / mp mit Material von ap