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Oft trauen sich nur wenige, Erste Hilfe zu leisten, weil sie zu schwer erscheint
"Wir müssen die Kurse in Erster Hilfe entrümpeln"
Viele trauen sich nicht zu, nach Unfällen zu helfen
Kurse in Erster Hilfe sollte einfach sein und entrümpelt werden, schildert Dr. Benedikt Sandmayer vom Münchner Institut für Notfallmedizin am Beispiel der stabilen Seitenlage: "Es ist egal, wie man es genau macht."
Die Atemwege müssten frei sein; der Kopf müsse überstreckt sein und es ein Gefälle vom Magen zum Mund geben, "so dass zurücklaufender Mageninhalt abfließen kann." Der Unterricht in Erster Hilfe sollte direkt in der Grundschule "oder vielleicht sogar in der Vorschule" beginnen, meint Dr. Karin Burghofer. So könne man das Fundament legen und dann regelmäßig Auffrischungskurse geben. "Nach zwei bis drei Jahren ist das Wissen so weit verblasst, dass die meisten so unsicher sind, dass sie sich dann gar nicht mehr trauen."

Bei einem Unfall guckt jeder, was der andere macht, und orientiert sich an denen - so dass schlussendlich keiner Erste Hilfe leistet, weiß Burghofer. Bei einem Unfall helfen viele Autofahrer, jeder zweite fährt jedoch an der Unfallstelle einfach vorbei. Viele Autofahrer wissen nicht, wie Verletzen zu helfen ist. Das hat ein Test der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) gezeigt. Positiv überrascht wurde das Team der BASt dadurch, dass mehr Menschen angehalten haben, als häufig vermutet wird. Dennoch erfüllte jeder zweite damit den Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung.

Software auf dem Handy gibt Hilfe zur Ersten Hilfe
Vier Studenten aus München haben zusammen mit der Technischen Universität München und dem Malteser-Hilfsdienst eine Erste-Hilfe-Software für Handys entwickelt, die das Eingreifen erleichtern soll. Durch einfaches Abfragen zum Zustand des Patienten wird der Ersthelfer zu den richtigen Maßnahmen geleitet. Klare Kurztexte und aussagefähige Bilder unterstützen den Helfer. Die Software kostet fünf Euro und wird direkt auf einem Java-fähigen Mobiltelefon installiert; so ist sie auch verfügbar, wenn das Handy keinen Empfang hat.

Info
Die Stadt München hat in einem Pilotprojekt fast 40 U-Bahnhöfe mit Defibrillation ausgestattet. Das Gerät erläutert Ersthelfer per Sprache, was sie zu tun haben.
14.04.2005, zuletzt aktualisiert am 20.08.2009 / mp