Katze Lupe
Im Lauf ihrer Evolution hat die Hauskatze sich auf den Menschen eingelassen
Ein Leben lang Kind
Katzen haben sich an den Menschen angepasst
Hauskatzen bleiben ein Leben lang Kind, vermuten Biologen: Sie betrachten den Fütterer als Versorger und als das Muttertier.
Anders als Wild- und Falbkatzen, die als erwachsene Tiere nicht miauen, sind Katzen "sehr vokal", schildert der Wiener Verhaltensbiologe Prof. Kurt Kotrschal. "Katzen entwickeln unterschiedliche Arten, mit Lauten mit ihren Menschen zu kommunizieren."

Anders als Hunde mit ihren 16.000 Jahren Menschengeschichte wurden Katzen erst vor 9500 Jahren domestiziert. "Während Hunde sich von Wölfen dadurch unterscheiden, dass sie uns Menschen gerne einen Gefallen tun, zeichnen sich Katzen nicht dadurch aus", so Kotrschal. "Sie haben ihr unabhängiges Wesen bewahrt."

Urmutter der Hauskatzen aus dem Nahen Osten
Katze Lupe
Aus dem Osten durch die ganze Welt
Die wilde Urmutter aller Hauskatzen wurde im Nahen Osten domestiziert und verbreitete sich von dort aus über die Welt. Das berichten Forscher des "National Cancer Institute" in Frederick. Die heute lebenden Hauskatzen stammen von mindestens fünf Katzen aus dieser Region ab, die zwischen dem Mittelmeer und dem Iran liegt. Die Forscher hatten das Erbgut von fast 1000 Tieren aus vielen Regionen der Erde miteinander verglichen. Der Mensch hielt sich bereits vor rund 9500 Jahren die ersten Katzen. Die Wissenschaftler verfolgten die Abstammungslinie der Hauskatze und ihrer wilden Vorfahren mehr als 100.000 Jahre zurück. Dabei stellten sie fest, dass die europäische Wildkatze und ihre wilden Artgenossen aus Zentralasien, dem Nahen Osten, dem südlichen Afrika und China mit den Hauskatzen bestimmte genetische Merkmale teilen.

Bei Gewebestudien von 979 Tieren ergaben sich zudem auffällige Gemeinsamkeiten zwischen den heute lebenden Hauskatzen und Wildkatzen aus dem Nahen Osten. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass die Vorfahren der modernen Hauskatzen im Nahen Osten lebten.

Ein Grab auf Zypern zeigt enges Verhältnis
In einem Grab auf Zypern haben Wissenschaftler um Jean-Denis Vigne vom Naturhistorischen Museum in Paris 2004 Skelette eines Menschen und einer Katze gemeinsam ausgegraben. "Der Fund lässt auf eine enge Beziehung zu Lebzeiten schließen", erläutert Vigne. Die Nubische Falbkatze wurde den Wissenschaftlern zufolge gezielt zu dem Toten gelegt. Die Art gilt als Ahne der heutigen Hauskatzen. Obwohl das Tier keine offensichtlichen Verletzungen aufweist, könnte es nach Vermutung der Forscher getötet worden sein, um es gemeinsam mit seinem Besitzer zu begraben. Reiche Opfergaben wie Meermuscheln, Schmuck und Werkzeug, die dem Toten beilagen, zeugen von einem hohen Sozialstatus. Das Begräbnis beweise, dass das Verhältnis zwischen Mensch und Katze damals nicht nur auf materiellem Nutzen, sondern auch auf geistiger Ebene basierte.

Es war schon lange bekannt, dass Katzen nur mit Hilfe des Menschen auf die Insel gelangt waren. Bislang war unklar, ob es sich dabei um zahme oder wilde Tiere handelte. "Nun wissen wir, dass diese Katzen mit dem Menschen verbunden waren", sagte Vigne. Das Forscherteam hatte das Grab in Shillourokambos entdeckt, einem großen jungzeitlichen Dorf, das zwischen 8300 und 7000 vor Christus bewohnt war. Bisher galten die Alten Ägypter als erste, die Katzen vor 4000 Jahren zähmten und als Haustiere hielten.

"Die lebendigen Katzen wurden als Erscheinungsform der Göttin Bastet angesehen", beschreibt Dr. Olivia Zorn vom Ägyptischen Museum in Berlin. "Deswegen hat man sie in großen Mengen im Tempel gehalten, vor allen Dingen in Bubastis, dem Haupttempel der Göttin Bastet im Nildelta. Nach dem Tod wurden die Katzen regelrecht bestattet. Seit 2000 v. Chr. finden wir in den Grabanlagen viele Darstellungen von Katzen, die den Grabherrn auch bei der Jagd begleiten, bei der Vogeljagd und beim Fischfang. Daraus entwickelte sich ein sehr intensives Verhältnis zwischen Mensch und Katze." Für die Einbalsamierung wurden die Beine ausgerenkt, wie Röntgenbilder zeigen.

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Obwohl Katzen sich eine ausgeprägte Eigenständigkeit bewahrt haben, sind sie gleichwohl domestiziert und auf den Menschen eingestellt.
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