Im Fokus: Sex bei Tieren
Im hohen Norden gefährden umtriebige Tiere schon mal den Straßen-Verkehr
Lügen, Sex, Evolution
Viele Tiere setzen auf Tricks für Fortpflanzung
Um ihre Fortpflanzung zu sichern, greifen Tiere und Pflanzen zu mancherlei Trick - und beteiligen notfalls auch die eigenen
Gene
daran.
Partnersuche - Kreatives Werben
"Beim Sex zeigt die Natur großen Einfallsreichtum wie auch in vielen anderen Dingen", sagt der Buchautor Markus Bennemann.
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Riesenkröten blasen sich für große Partner auf
Riesenkröten-Weibchen können sich aufblasen, um sich zu kleine Männchen vom Leib zu halten, die sich zur Befruchtung auf ihrem Rücken festklammerten. Sie schütteln sie ab, indem sie Körpersäcke mit Luft füllen.
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Blaumeisen gehen für den Nachwuchs fremd
Blaumeisenweibchen gehen frend, denn sie versuchen, "einen optimalen Vater für die Aufzucht der Jungen zu finden, aber das ist nicht unbedingt auch der genetisch beste Vater", so Verhaltensbiologe Bart Kempenaers.
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Tannenmeisen unter "Top 10" bei Seitensprüngen
Tannenmeisen-Paare bleiben zwar ein Leben lang zusammen. Dennoch gehören die heimischen Singvögel zu den "Top 10 unter den Fremdgängern" weltweit, wie Bonner Evolutionsbiologen berichten. Ältere Meisenmännchen seien bei Seitensprüngen besonders erfolgreich, schreiben die Forscher um Tim Schmoll von der Universität Bonn im Fachjournal "Behavioral Ecology".
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Sex am Morgen erspart Hennen am Abend Sorgen
Hennen benutzen einen einfachen Trick, um allzu aufdringliche Gockel abzuwehren: Sie verlegen den Sex auf den Morgen. Wie Wissenschaftler der Universität Oxford und Stockholm herausfanden, bevorzugen Hennen in von Hähnen dominierten Gruppen die Paarung in den frühen Stunden. So hätten sie einen entspannten Abend, ohne von ihren männlichen Genossen bedrängt zu werden.
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Salamanderfrauen riechen ihre Partner
Weibchen des Feuersalamanders
Salamandra salamandra
entscheiden sich bei der Partnerwahl aufgrund von Düften. Dabei bevorzugen sie Partner, die ihrem Lebensraumtyp zugehörig sind, vor denen, die eine große genetische Ähnlichkeit zeigen, haben Wissenschaftler der Universität Bielefeld um Dr. Sebastian Steinfartz herausgefunden.
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Schimpansenmännchen tauschen Fleisch gegen Sex
"Freilebende Schimpansen tauschen Fleisch gegen Sex, und das auch über einen längeren Zeitraum", sagt Primatenforscherin Cristina M. Gomes vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. Männchen, die nie von ihrer Beute abgaben, gingen leer aus. Schimpansen-Männer, die ihr Fleisch mit Schimpansinnen teilten, verdoppelten ihren Paarungserfolg. Gomes hat 3000 Stunden lang eine Schimpansengruppe an der Elfenbeinküste beobachtet und 90 erfolgreiche "Tauschgeschäfte" registriert.
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Auch Fische können lügen, wenn es um Sex geht
Um für sich selbst ein besonders gebärfreudiges Weibchen zu ergattern, täuschen zumindest Zahnkärpflings-Männchen ihren Konkurrenten zunächst Interesse für weniger attraktive Partnerinnen vor. Das hat ein Forscherteam um den Biologen Martin Plath von der Universität Potsdam beobachtet. Sobald sie den Konkurrenten so auf die falsche Fährte gebracht haben, suchen sich die Fische ein Weibchen, das viele Nachkommen garantiert, wie die Forscher im US-Fachjournal "Current Biology" berichten.
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Attraktive Männchen zeigen, dass sie gesund sind
Sexuelle Schlüsselreize bei Tieren sind entstanden, um dem anderen Geschlecht Gesundheit zu signalisieren, sagt der Evolutionsbiologe Manfred Milinski vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön: "Wir wissen heute, dass es, um überhaupt die Evolution von sexueller Fortpflanzung erklären zu können, einen unglaublich schnell sich ändernden Selektionsdruck geben muss. Und der einzige, der sich so schnell ändert und stark genug ist, das sind Infektionskrankheiten."
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Sex mit verschiedenen Partnern schützt Nachwuchs
Schimpansinnen ist Sex mit unterschiedlichen Partnern wichtiger als die Bindung an das stärkste Männchen. Sie verhalten sich vor und während des Geschlechtsaktes manchmal sehr leise, um ihre Rivalinnen nicht auf ihr Treiben aufmerksam zu machen. Das berichten Tobias Deschner vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und zwei schottische Forscher. Für ihre Studie haben die Forscher über 16 Monate das Verhalten der Schimpansen im Budongo-Regenwald Ugandas beobachtet.
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Bei Kraken kann der Sex auch tödlich enden
Kraken (
Abdopus aculeatus
) gehen in der Paarungszeit hart zur Sache - und das kann bisweilen sogar zum Tod eines der konkurrierenden Männchen führen. Meeresbiologen um Christine Huffard von der Universität Kaliforniens in Berkeley unterscheiden dabei zwei Typen: Die einen kämpfen mit jedem, der ihnen in die Quere kommt - und dabei wird mancher Rivale zu Tode gewürgt. Die anderen tarnen sich mit femininer Färbung als Weibchen.
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Federn sorgen für den guten Ton der Kolibris
Um den Weibchen zu imponieren, rast der nordamerikanische Annakolibri im Sturzflug vom Himmel und produziert dabei mit seinen Schwanzfedern einen charakteristischen Ton. Die Schwanzfedern schwingen dabei ähnlich wie das Rohrblatt im Mundstück einer Klarinette, berichten Forscher um Christopher Clark von der Universität von Kalifornien in Berkeley. Den Ton umschreibt das Forscherteam als eine Art von Zirpen.
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Chamäleons tarnen sich nicht, sie drohen
Chamäleons haben ihren Farbwechsel nicht zur Tarnung entwickelt, sondern um miteinander zu kommunizieren: Chamäleons verändern ihre Farbe besonders stark, wenn sie einen Rivalen beeindrucken oder ein Weibchen anlocken wollen.
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Glührwürmchen: auf Sex verzichten, aber lang leben
Männliche Glühwürmchen (Lampyridae) gehen mit ihrer Leuchtkraft sparsam um, weil sie nicht nur Weibchen, sondern auch Fressfeinde anlocken können. Im Grunde könnten sie viel stärker blinken, weil der Vorgang an sich nicht viel Energie kostet. Weibchen ziehen auch diejenigen Männchen vor, die langanhaltend oder schneller blinken.
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Hyänen schicken ungeliebte Verehrer in die Wüste
Frauen geben bei der Partnerwahl den Ton an - zumindest bei den Tüpfelhyänen. Bei ihnen schicken Weibchen missliebige Verehrer gezielt in die Wüste, wie Berliner Forscher bei Studien in Tansania nachgewiesen haben. Diese Beobachtungen belegten, dass die weibliche Rolle in der Evolutionsbiologie bisher unterschätzt worden sei, sagte Oliver Höner vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Die Lebensweise der Tüpfelhyänen sei traditionellen menschlichen Sozialsystemen nicht unähnlich.
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Hirschkühe vertrauen bei Partnerwahl ihrem Gehör
Bei der Partnerwahl verlassen sich Hirschkühe auf ihr Gehör und wählen das Männchen anhand seines Brunftschreis aus. Biologen haben entdeckt, dass Äußerlichkeiten wie ein imponierendes Geweih nicht von Bedeutung sind. Sie spielten brünftigen Weibchen aus Lautsprechern die Rufe eines kleinen und eines großen Männchens vor. Die Damen liefen in Richtung der Stimme des großen Hirschs. Offenbar können die Weibchen vom Brunftschreis auf die Größe des potentiellen Partners schließen.
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Bericht in Bildern
Sex bis zum Tod -
Abdopus aculeatus
Bericht in Bildern
Drohen und werben statt sich zu tarnen - Farbwechsel der Chamäleons
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