Seeadler
Seeadler, Uhus und Wanderfalken sind bedroht, aber mit erholten Beständen
"Nicht ausgestorben, aber weiter schützen"
Einige Vogelarten haben die Rote Liste verlassen
Wenn Arten von der Roten Liste bedrohter Arten genommen werden können, bedeute das nicht, dass man sie "außen vor lassen" könne, meint der Ornithologe Günther Röber: "Sie genießen weiter strengsten Schutz."
Damit stünden sie "national wie international im großen Fokus des Natur- und Artenschutzes." Die Liste dokumentiere auch Erfolge des Vogelschutzes in Deutschland - so seien der einst bedrohte Seeadler oder der Uhu im Aufwind, erklärte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). "Aufgrund der jahrzehntelangen Schutzstrategien und Schutzkonzepte dieser Arten konnten wir Schwarzstorch, Fischadler, Wanderfalken und Seeadler herausnehmen", so Röber.

"Rote Listen sind Instrumentarien für den Gesetzgeber", so Röber. "Viele ehrenamtliche Naturschützer erstellen sie, die ihre Daten durch mühselige und langwierige Arbeit bewirken. Der Gesetzgeber entscheidet dann noch: Ist diese Art noch mit aufzunehmen?"

Fast jede achte Vogelart vom Aussterben bedroht
Seeadler auf Fischzug Lupe
Geschützte Habitate bedeuten geschützte Bestände
Andererseits seien die Bestände mancher Arten zusammengebrochen wie die der Feldlerche, die erstmals auf der Roten Liste stehe. Insgesamt sind 110 der 260 heimischen Arten gefährdet, wie aus der Roten Liste der Brutvögel hervorgeht. Nur knapp die Hälfte der Vogelarten in Deutschland könne als ungefährdet gelten, erklärte der Nabu. Neben 16 hierzulande bereits verschwundenen und 30 vom Aussterben bedrohten Arten sind der Roten Liste zufolge weitere 38 Vogelarten "stark gefährdet" oder "gefährdet". 26 Arten kommen nur noch örtlich und damit "sehr selten" vor.

Neu unter den als ausgestorben geltenden Arten ist auf der aktuellen Liste die Blauracke, die laut einem Nabu-Sprecher zuletzt noch in Ostdeutschland vorkam. Über die 110 gefährdeten Arten hinaus stehen weitere 26 Vogelarten auf einer "Vorwarnliste"- etwa der Haussperling, der hierzulande zwar noch häufig sei, dessen Bestände aber deutlich abnähmen.

Rote Listen gelten als "Fieberthermometer des Naturschutzes". Sie geben Auskunft über den Gefährdungsgrad einzelner Arten und damit über den Zustand der biologischen Vielfalt. Die Rote Liste der Brutvögel Deutschlands wird alle fünf Jahre von einem Gremium herausgegeben, dem mehrere Verbände und Institutionen der Vogelkunde und des Vogelschutzes angehören.

Glossar
Seeadler auf Fischzug Der Wanderfalke - pfeilschneller Jäger
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14.03.2003, zuletzt aktualisiert am 06.07.2009 / mp mit Material von afp