Ryoji Noyori
Forschungspolitik in Japan
Ryoji Noyori wirkt an der Nagoya University
Der japanische Chemie-Nobelpreisträger Prof. Ryoji Noyori ist alles andere als ein verschrobener Grundlagenforscher im Elfenbeinturm. In seiner Heimat mischt der 63-Jährige in der Wissenschaftspolitik kräftig mit, ist Mitglied im Wissenschaftsrat des zuständigen Ministeriums und bei der Planung von Projekten zur Grundlagenforschung aktiv. "Er nimmt intensiv politische Verantwortung wahr und sagt dabei sehr deutlich, was er denkt", berichtet Prof. Peter Hofmann vom Institut für Organische Chemie der Universität Heidelberg. Dort war Noyori 1999 als Gastprofessor geladen und mit einem Preis geehrt worden (Georg Wittig Lectureship).
Der 1938 in Kobe geborene Noyori studierte und promovierte an der Universität Kyoto (1967). Als Post-Doktorand ging er 1969 für ein Jahr an die renommierte Harvard University in Cambridge (Boston), kehrte dann aber dauerhaft in seine Heimat zurück. Seitdem forscht er vor allem an der Universität Nagoya, seit vergangenem Jahr ist er dort Direktor des Forschungszentrums für Materialwissenschaften. Der umtriebige Wissenschaftler hat zahlreiche internationale Ehrungen erhalten, darunter 1995 auch den Japan Academy Prize, der als eine Art japanischer Nobelpreis gilt. 145 Patente und mehr als 400 Publikationen laufen unter dem Namen Noyoris, der stets einen sehr großen Kreis von Mitarbeitern um sich scharte.
Kollegen beschreiben Noyori als sympathisch, lebhaft und weltoffen. Reisen zur Ehrungen oder Gastprofessuren, wie nach Heidelberg, tritt er gern gemeinsam mit seiner Frau Hiroko Oshima an, mit der er zwei Söhne hat.
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10.10.2001
nano online / dpa