Weltkarte mit Infektions"herden" Video
Ein Wurmprogramm erobert die Computer dieser Welt
Ein Computerwurm im Bankomaten
Schweigsames Wurmprogramm wird aktiv
"Das Faszinierende ist, dass der Conficker-Wurm sich einfach verbreitet, aber noch keine Anweisungen bekommen hat", sagt Computersicherheitsberater Graham Cluley. "Wird er eine Internetseite zerstören? Wird er Informationen von den infizierten Computern stehlen? Wir wissen es nicht. Da gibt es eine ganze Armee von Würmern, die auf Befehle wartet. Selbst wenn die Benutzer das vielleicht nicht gemerkt haben, hat 'Conficker' vier Millionen Computer infiziert."
Selbst einen Bankautomaten hat es erwischt. "Ich glaube nicht, dass man deswegen schlecht schlafen sollte, schließlich haben wir so etwas erst einmal entdeckt. Die Bankomat-Computer in Russland wurden jetzt aufgerüstet und sind gut geschützt. Man muss also beim Geld rauslassen keine Angst vor so einer Attacke haben."

Der Computerwurm betätigt sich in geringem Umfang als mehr oder weniger gewöhnliche Spam-Schleuder. Wie Experten des Netzwerkspezialisten Cisco Systems mitteilten, werden einige der schätzungsweise zwölf Millionen befallenen Computer von den Hintermänner derzeit dazu benutzt, täglich jeweils 10.000 bis 20.000 Spam-Mails zu versenden. Das ist weit weniger als möglich wäre und erschwert die Entdeckung infizierter Computer.

Computerwurm "Conficker" möchte 50 US-Dollar haben
Screenshot Video
Geldforderung am PC
"Conficker" versucht Computerbesitzer zu überrreden, knapp 50 US-Dollar auszugeben: Es lädt das Programm "SpywareProtect2009" nach, wie der Heise-Verlag berichtet. Dieses wirft zahlreiche Virenwarnungen aus. Vor diesen vermeintlichen Schädlingen könne man sich schützen, sofern man eine "Schutzsoftware" für 49,95 US-Dollar erwerbe. Da "Conficker" zum Stichtag 1. April 2009 untätig geblieben war, haben Virenfachleute gerätselt, was seine Funktion sei.

Der Schädling ist seit Herbst 2008 unterwegs. Er kann sich jederzeit selbstständig verändern. Der Wurm hatte sich ursprünglich über eine Sicherheitslücke in Microsofts Windows-Betriebssystem verbreitet, die jedoch längst geschlossen wurde. Schätzungen gehen davon aus, das zwischen drei und zehn Millionen Rechner von dem Wurm befallen worden sind. Inzwischen kursieren mehrere Varianten des ursprünglichen Wurms im Netz.

Bislang waren vor allem größere Netze betroffen. Zu den Geschädigten zählten beispielsweise Einrichtungen der Bundeswehr, Krankenhäuser, Stadtverwaltungen oder Medienhäuser. Privatanwender können sich mit einfachen Mitteln vergleichsweise gut schützen. So sollte sichergestellt werden, dass alle verfügbaren Updates für das Betriebssystem und den Anti-Virenschutz aufgespielt sind.

Infos
"Conficker Worm Awakens, Downloads Rogue Anti-virus Software" von der "Washington Post" "Deckt der Conficker-Wurm jetzt seine Karten auf?" vom Heise-Verlag
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09.04.2009, zuletzt aktualisiert am 28.05.2009 / mp mit Material von dpa