Bücher und Filme regen dieselbe Region im Gehirn an
Die Insula verarbeitet Ekelgefühle und kann uns so in Darsteller hinein versetzen
Ein spannendes Buch kann genauso fesseln wie ein schockierender Film, weil beide Medien die gleiche Gehirnregion anregen. Mbemba Jabbi, Jojanneke Bastiaansen und Christian Keysers von der Universität Groningen verglichen die Anregung im Magnetresonanz-Tomographen.
Doppeltes Futter fürs Gehirn  © dpa
"Es leuchtete immer dieselbe Gehirnregion auf, die vordere Insula. Sie ist das Schaltzentrum für Abscheu", schildert Keysers. Da Bücher und Filme sie anregten, könne man sich in die Hauptdarsteller hineinversetzen und mit ihnen Mitleid empfinden. Menschen mit Läsionen in der vorderen Insula können keinen Ekel mehr empfinden, weiß Keysers: "Wenn man ihnen saure Milch gibt, würden sie sie unbeschwert trinken und sagen, dass sie wie Limonade schmecke."
Literatur
Jabbi M et al (2008) A Common Anterior Insula Representation of Disgust Observation, Experience and Imagination Shows Divergent Functional Connectivity Pathways. PLoS one 3: e2939


Die Regionen des Gehirns

Das Gehirn: Wie die Informationen verarbeitet werden
Die "Science" in der "Fiction" in Literatur und Film

14.08.2008 / mp mit Material der Universität Bristol
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