Blick mit der "Staubbrille" weit ins Innere der Galaxien
Mit Polarisationsfiltern erkunden Forscher Kernbereiche entfernter Sternsysteme
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Astronomen haben erstmals das Innere aktiver Galaxien beobachten können. Mit Polarisationsfiltern an einigen der größten Teleskope weltweit erkundeten die Forscher die stark leuchtenden Kernbereiche weit entfernter Sternsysteme, wie das Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie mitteilte. Bislang hatten dichte Staubwolken die freie Sicht auf die Galaxienherzen immer wieder behindert und Astronomen eine nähere Untersuchung unmöglich gemacht.
Die dort vermuteten schwarzen Löcher, die Gas und Sterne im Innern der Galaxien aufsaugen, strahlen mit einer Energie, die die der Sonne um ein Billionenfaches übertrifft. Die aktuellen Beobachtungen bestätigten nun erstmals die Vermutung, wonach die eingesammelte Materie in einer Akkretionsscheibe um den Kern der Sternsysteme kreist.
Durch den Trick, eine Art Staubbrille vor das Teleskop zu setzen, "haben wir jetzt ein zuverlässige Idee des Gesamtbildes", sagte Robert Antonucci aus dem internationalen Wissenschaftlerteam unter Leitung des Max-Plancks-Instituts. Wie die Strahlung im Detail zustande komme, sei allerdings weiterhin unklar. Die neue Methode sollte es aber bereits in naher Zukunft ermöglichen, auch darauf Antworten zu finden, erklärten die Forscher.

Kishimoto M et al (2008) The characteristic blue spectra of accretion disks in quasars as uncovered in the infrared. Nature 454: 492-494

Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft

24.07.2008 / ap / jus
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