Drehender Wolkenkratzer soll Wohnen revolutionieren
Jede Etage soll sich unabhängig von den anderen um die eigene Achse drehen
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Ein Wolkenkratzer, der immer in Bewegung ist und seine Form laufend verändert, soll die Architektur der Zukunft einläuten. Sein Designer, David Fisher aus Florenz, hat das Modell am Dienstag, 24. Juni 2008 in New York vorgestellt. Der erste "Rotating Tower" der Welt soll bis Mitte 2010 in Dubai stehen, der zweite wenige Monate später in Moskau. Auch deutsche Unternehmen hätten bereits Interesse an dem revolutionären Wohnturm bekundet, sagte Fisher. Wo dieser errichtet werden soll, verriet er jedoch nicht.
"Das kann in Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München sein." Szenenwechsel ist im Wolkenkratzer garantiert: Jedes Stockwerk soll sich, unabhängig von den anderen, um die eigene Achse drehen. Eine Rotation dauere im Schnitt drei Stunden, sagt der Architekt. Wer ein Penthouse mit 1200 Quadratmeter Wohnfläche kaufe, könne das Tempo dann selbst bestimmen und sein "Karussell" beim schönsten Ausblick anhalten. Knopfdruck oder Stimmbefehl genügt.
Schwieriger mit der Entscheidung über die Drehgeschwindigkeit und Kulisse werde es in den Etagen, die sich mehrere Parteien teilen, gibt Fisher zu. Reservierungen für die Luxuswohnungen zum Quadratmeterpreis von 19.000 Euro an aufwärts nimmt seine Firma, die "Dynamic Architecture Group", jetzt in New York entgegen. Der Turm in Dubai soll einmal 420 Meter emporragen und damit das Empire State Building in New York an Höhe übertreffen. Alle 80 Stockwerke werden vom Boden bis zur Decke verglast und sollen einen vollen Panoramablick bieten. Penthouse-Käufer dürfen ihr Auto in den Lift fahren und dann vor der eigenen Wohnung parken.
Die Wohneinheiten will Fisher in einer Fabrik in Italien herstellen lassen und vor Ort nur noch am Betongerüst in der Mitte des Turms befestigen. Das spare Arbeit und wenigstens ein Zehntel der üblichen Kosten. "Das Zeitalter der Maurerkelle" ist vorbei, behauptet er. Windturbinen zwischen den einzelnen Geschossen und Sonnenkollektoren auf jedem Stockwerk würden den Energiebedarf decken und die Nachbarschaft mitversorgen.
Um seine eigenen Mängel an Expertise auszugleichen, hat Fisher den Konstrukteur des früheren World Trade Centers in New York, Leslie Robertson, angeheuert. Er selbst habe noch nie ein Hochhaus gebaut, gab der "Visionär" vor Journalisten in Manhattan etwas kleinlaut zu.


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25.06.2008 / dpa / mp
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