Makaken unterscheiden Artgenossen an ihrer Stimme
Affen nutzen für diese Unterscheidung die gleiche Gehirnregion wie die Menschen
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Makaken können ihre Artgenossen anhand deren Stimme voneinander unterscheiden, berichten Forscher des Tübinger Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik. Die Affen nutzen für diese Unterscheidung die gleiche Gehirnregion wie die Menschen: Bei beiden befindet sich das Zentrum für das Erkennen und Unterscheiden von Sprachmustern im Schläfenlappen. Damit sei bewiesen, dass die Fähigkeit, Sprachmuster zu unterscheiden, keine spezielle Anpassung an die menschliche Sprache ist.
Bereits 2005 haben japanische Forscher gezeigt, dass Affen unterschiedliche Dialekte benutzen: "Die Unterschiede zwischen dem Schnattern der Affen sind wie Dialekte bei Menschen", sagte der japanische Verhaltensforscher Nobuo Masataka von der Universität Kyoto. Der Nachweis gelang mit Bandaufnahmen von zwei unterschiedlichen Gruppen von Rotgesichtsmakaken (Macaca fuscata yakui), die die Forscher in freier Wildbahn beobachtet haben.
Eine Gruppe bestand aus 23 Makaken, die auf der südjapanischen Insel Yakushima lebten. Als Vergleich dienten 30 Makaken, die ursprünglich zu derselben Gruppe zählten, vor etwa 50 Jahren aber auf den Ohira-Berg in Zentraljapan wanderten. Das Schnattern der Affen auf der Insel Yakushima reichte in wesentlich höhere Frequenzbereiche als die Laute ihrer Artgenossen auf dem Berg. Wissenschaflter Masataka führte die Abweichungen um bis zu 110 Hertz auf die enge Bewaldung auf der Insel zurück, die sich schallschluckend auswirke.
"Die Affen auf dem Ohira-Berg müssen nicht mit so hohen Tönen schnattern, weil die Bäume dort niedrig sind", sagte Masataka. "Jede Gruppe nahm passend zu ihrer Umwelt einen eigenen Akzent an." Die Studie lege den Schluss nahe, dass der unterschiedliche Sprachgebrauch beim Menschen nicht von erblichen Faktoren verursacht werde. Sie könnte damit nach Ansicht des japanischen Verhaltensforschers einen Beitrag zur Erforschung des Ursprungs menschlicher Sprache liefern.

Petkov CI et al (2008) A voice region in the monkey brain. Nature Neuroscience, DOI 10.1038 / nn2043


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11.02.2008
12.02.2008 / mp mit Material von afp
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