Der Mensch verwendet oft nur eine Version eines Gens
Dabei hängt es vom Zufall ab, ob die Variante des Vaters oder der Mutter aktiv ist
Der Mensch verwendet viel häufiger als gedacht nur eine der beiden Kopien, die er von einem Gen besitzt. Ob es sich um die mütterliche oder die väterliche Variante eines Gens handelt, sei zufällig und manchmal sogar von Zelle zu Zelle verschieden. Nach Meinung der Forscher der Harvard-Universität in Cambridge erklärt dies, warum nicht einmal eineiige Zwillinge vollkommen gleich sind oder nahe Verwandte unterschiedlich anfällig für Krankheiten sein können.
Bisher dachte man, dass beide Varianten im Körper gleichzeitig aktiv sind und Einfluss nehmen. Das Phänomen, das nur eine Variante von Genen aktiv wird und die andere Kopie vorsätzlich deaktiviert, kannte man bisher nur vom Barr-Körper des Menschen: Bei Frauen ist oft eines ihrer X-Chromosomen stark kondensiert und damit inaktiviert.
Dies kompensiert, dass sie zwei X-Chromosomen besitzen, während Männer nur eines haben - Frauen bekämen sonst die doppelte Gendosis. Auch hier wird während der Embryonalentwicklung eines der beiden X-Chromosomen zufällig inaktiviert, so dass ein Mosaik von Körperzellen entsteht, welches aktiv ist.

Gimelbrant A et al (2007) Widespread Monoallelic Expression on Human Autosomes. Science 318: 1136 - 1140

"Ressourcenschonung im Erbgut" von "Bild der Wissenschaft"

19.11.2007 / mp
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