Handy-Strahlung kann Krankenhausgeräte doch stören
Teilweise bis vollständige Ausfälle medizinischer Geräte in niederländischer Studie
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Mobiltelefone können im Krankenhaus medizinische Geräte stören. Das haben niederländische Forscher an mehr als 60 Geräten im Krankenhaus getestet. Dafür simulierten sie gängige Handy-Signale und erprobten die möglichen Störeffekte aus unterschiedlichen Entfernungen: Bei einem Abstand von wenigen Zentimetern kann es zu leichten, aber auch zu Totalausfällen medizinischer Geräte kommen, die im schlimmsten Fall das Leben des Patienten bedrohen können.
Knapp die Hälfte der getesteten Geräte wurden durch den Mobilfunk gestört, etwa ein Drittel dieser Störungen waren gravierend. Die Daten aus den Niederlanden stehen in Widerspruch zu denen einer US-amerikanischen Studie von April 2007: In 300 Tests habe sich die Nutzung von Mobiltelefonen kein einziges Mal auf die technischen Geräte der Klinik ausgewirkt, so Forscher der "Mayo Clinic". Die Unikliniken in Kiel und Lübeck sowie Krankenhäuser in Hannover, Frankfurt und Halle gestatten den Patienten bereits Mobiltelefone - außer im OP-Bereich und auf der Intensivstation.
Das Verbot sei nicht mehr zeitgemäß, teilte die Geschäftsführung des Klinikums "Region Hannover" Ende März mit. Das Risiko, dass durch mobile Telefone medizinische Geräte gestört würden, sei minimal und ließe sich bei verantwortungsvollem Gebrauch so gut wie ausschließen. In der Medizinischen Hochschule Hannover ist das Handyverbot bereits seit einigen Jahren aufgehoben. In der Uniklinik in Frankfurt am Main ist seit Januar das eigene Telefon am Ohr zugelassen.
Im Klinikum der Uni München gilt das Verbot noch - auch aus Datenschutzgründen: Dabei bereiteten Fotohandys neue Probleme. Auch im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart sind Mobiltelefone verboten. Aber da Ärzte auch ihre Telefone bei sich tragen, werden Handys der Patienten meist geduldet, außer vor OP-Sälen. Ähnlich handhaben es die St. Vincentius-Kliniken in Karlsruhe. Nach Angaben einer Mitarbeiterin wollten vor allem Jugendliche auf SMS nicht verzichten.
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05.09.2007
06.09.2007 / mp mit Material von dpa
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