Planet mit Wasser außerhalb unseres Sonnensystems
Für Besuche ist der Planet durch die hohen Temperaturen allerdings nicht geeignet
© dpa
Astronomen haben Wasser auf einem zweiten Planeten außerhalb des Sonnensystems entdeckt. Der spektakuläre Fund ist einem Forscherteam der europäischen Raumfahrtbehörde Esa und des Londoner University College gelungen. Für Besuche ist der Planet namens HD189733b allerdings nicht geeignet: Auf seiner Oberfläche herrschen so hohe Temperaturen, dass selbst Metalle schmelzen. Der Planet, der rund 15 Prozent größer ist als der Sonnensystem-Primus Jupiter, besteht vornehmlich aus Gas.
Gefunden wurde er im Sternbild Fuchs. Astronomen unter Leitung der Esa-Forscherin Giovanna Tinetti nahmen ihn mit dem im Orbit stationierten Spitzer Infrarot-Teleskop der Nasa genauer unter die Lupe. Bei der Beobachtung des Vorbeizugs vor seiner Sonne seien Veränderung im Spektrum des Lichts registriert worden, die nur mit dem Vorhandensein von Wasser erklärt werden könnten, heißt es.
© T
Dabei ist die Sonne des Planeten ungefähr so groß wie unser Heimatstern. Der Planet umkreist diese aber auf einer Umlaufbahn 30 Mal näher als die Erde unsere Sonne, weshalb in seiner Atmosphäre Temperaturen von rund 2000 Grad Celsius herrschen. Dies gilt jedenfalls für die sonnenzugewandte Seite. Auf der abgewandten dürften die Temperaturen nur ein Viertel so hoch sein.
"Obwohl HD 189733b weit davon entfernt ist, bewohnbar zu sein und eine sehr feindliche Umwelt bietet, zeigt unsere Entdeckung, dass Wasser häufiger vorkommen könnte als bisher angenommen", erklärte Tinetti. "Unsere Methode kann in Zukunft eingesetzt werden, um 'lebensfreundlichere' Umgebungen zu untersuchen."
© Nasa
Einen erdähnlichen Planeten mit Wasser in der Atmosphäre zu finden, sei der "Heilige Gral" für die Planeten-Jäger. "Dass Wasser auf einem Gasriesen außerhalb des Sonnensystems gefunden wurde, ist ein wichtiger Meilenstein auf der Straße der Entdeckung." Planeten außerhalb des Sonnensystems wurden erstmals Mitte der 90er Jahre entdeckt.
Bisher gibt es rund 245 von ihnen, pro Monat kommen im Schnitt drei oder vier hinzu. Praktisch alle Planeten werden indirekt nachgewiesen, indem sich das von ihrer Sonne zur Erde gesandte Licht bei einem Vorbeiziehen verändert. Aus der entstehenden Lichtveränderung können Experten die Größe des Planeten, seinen Orbit und die Zusammensetzung seiner Atmosphäre ablesen.

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11.07.2007 / afp / db
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