Ein halber Liter Bier oder ein viertel Wein dürfen es sein
Wissenschaftler haben ihre aktuelle Empfehlung zum Alkoholkonsum vorgestellt
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Höchstens ein halber Liter Bier oder ein viertel Liter Wein pro Tag - wer mehr trinkt, riskiert seine Gesundheit. Mit dieser Warnung haben Forscher ihre Empfehlung zum Alkoholkonsum vorgestellt. Die präzisen Grenzwerte seien durch eine Reihe von Studien belegt, erklärte Rolf Hüllinghorst von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Zudem hätten sich alle relevanten Wissenschaftler Deutschlands darauf geeinigt. Demnach sollen Männer nicht mehr als 0,5 bis 0,6 Liter Bier oder 0,25 bis 0,3 Liter Wein pro Tag trinken.
Frauen wird sogar nur die Hälfte dieser Menge empfohlen. Die Experten empfahlen zudem, zwei Tage pro Woche gar keinen Alkohol anzurühren. Für bestimmte Risikogruppen gelten sogar noch niedrigere Grenzwerte. So stellten Wissenschaftler in Studien einen Zusammenhang zwischen Brustkrebserkrankungen und Alkoholkonsum fest.
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Europaweit gebe es jährlich 11.000 Fälle von Brustkrebs, die auf Alkoholeinfluss zurückzuführen seien, berichteten die Experten. Schon bei regelmäßigen kleinsten Dosen seien Gefährdungen gegeben, erklärte der Sprecher des Wissenschaftlichen Kuratoriums der DHS, Karl Mann. Besonders Frauen, in deren Familien Brustkrebs auftrat, sollten Alkohol deshalb meiden. Auch in der Schwangerschaft gelte die Devise: Kein Alkohol. In bestimmten Fällen, etwa bei Herzerkrankungen älterer Männer, könnten 30 Gramm Alkohol pro Tag zwar auch eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben, erklärte Mann.
Trinke man zu viel, schlage das aber schnell ins Gegenteil um. "Genauso so viel haben sie davon, wenn sie abends einmal flott um den Block gehen", sagte er. Die Experten der DHS sprachen sich für ein Verbot von Alkoholwerbung aus. "Es gibt Belege, dass Werbung den Konsum hochfährt", erklärte Suchtexperte Mann. Besonders junge Frauen tränken immer mehr Alkohol.
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Ziel müsse es zumindest sein, den Schnitt von zehn Litern Alkohol pro Kopf jährlich in Deutschland auf den europäischen Durchschnitt von acht Litern pro Kopf zu reduzieren. "Die Reduzierung auf weniger als zehn Liter ist keine Prohibition", sagte Hüllinghorst. "Dann ist immer noch viel Stoff vorhanden." Als positives Beispiel nannte DHS-Experte Mann Frankreich. Dort sei der Alkoholkonsum innerhalb der vergangenen 30 Jahre durch Warnhinweisen auf Flaschen, massive Werbeeinschränkung und vermehrte Kontrollen im Straßenverkehr von 16,1 Liter auf 9,3 Liter pro Kopf und Jahr reduziert worden.
Hüllinghorst erklärte, es habe sich gezeigt, dass Einflussnahme auf den Preis und die Abgabe von Alkohol immer noch zu den wirksamsten Maßnahmen im Kampf gegen den Alkoholkonsum gehörten. "Prävention allein wird diese Probleme nicht lösen", sagte der Suchtexperte.

C2H5OH: Alkohol macht froh, aber wird bald zum Gift

"Grenzwerte für Alkoholkonsum neu festgelegt" (PDF) von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

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06.06.2007 / ap / mp
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