Ameisen stopfen Schlaglöcher mit ihrem eigenen Körper
Auf der so geglätteten Route kommen die übrigen Arbeiter dadurch schneller voran
© dpa
Um mehr Beute nach Hause zu bringen, stopfen tropische Ameisen "Schlaglöcher" auf ihrem Weg mit dem eigenen Körper. Auf der so geglätteten Route kommen die übrigen Arbeiter schneller voran, berichtet eine Gruppe um Scott Powell von der Universität Bristol. Die Gruppe hatte Ameisen (Eciton burchellii) in Experimenten unter anderem über schmale Holzleisten laufen lassen, in die zuvor Löcher gebohrt wurden. Ameisen passender Größe krabbelten über die Löcher - und verharrten dort.
War ein Insekt zu klein, kooperierten mehrere. Der Verkehrsfluss der mit Beute beladenen Ameisen in Richtung des Nestes beschleunigte sich daraufhin, berichten die Forscher. Obwohl die "wandelnden Pfropfen" nicht direkt an der Futtersuche der Gruppe teilhaben, sei ihr Beitrag für das ganze Volk von Vorteil, heißt es.
Insgesamt führe dieses hoch spezialisierte Verhalten zu einer Steigerung der Nahrungsaufnahme. Sobald die Karawane auf dem Weg zurück ins Nest und damit zur Brut vorbeigezogen sei, kämen auch die "niedergetrampelten" Artgenossen aus ihren Löchern hervor und folgten der Gruppe. Die in Zentral- und Südamerika lebenden Ameisen brechen von Zeit zu Zeit zu spektakulären Raubzügen mit bis zu 200 000 Tieren auf.

Tierisch klug: Emotionen und Verstand bei Tieren

"How a few help all: living pothole plugs speed prey delivery in the army ant Eciton burchellii" bei "sciencedirect"
"Straßenmeisterei mit vollem Körpereinsatz" bei Wissenschaft.de

29.05.2007 / dpa / db
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