Gebrauch von Teebaumöl fördert Resistenzbildung
Staphylokokken, Kolibakterien und Salmonellen werden so widerstandsfähiger
Teebaumöl kann bei Bakterien die Bildung von Resistenzen gegen Antibiotika fördern. Wissenschaftler der britischen Universität von Ulster untersuchten im Labor die Wirkung des beliebten ätherischen Öls auf Erreger wie Staphylokokken, Kolibakterien und Salmonellen. Kommen die Bakterien mit stark verdünntem Teebaumöl in Kontakt, sterben sie nicht ab. Vielmehr werden ihre Abwehrmechanismen aktiviert, was die Erreger widerstandsfähiger gegen Antibiotika macht.
Die Forscher erklärten, dass Teebaumöl in hohen Konzentrationen durchaus Bakterien abtöten kann. Wer das pflanzliche Mittel aber regelmäßig in niedrigen Konzentrationen beispielsweise auf die Haut auftrage, könne so Bakterien heranzüchten, die sich nicht mehr wirkungsvoll behandeln lassen.
Der regelmäßige Gebrauch von Seifen, Duschgels oder Shampoos mit Lavendel oder Teebaumöl kann offenbar bei Jungen vor der Pubertät Brustwachstum verursachen. US-Wissenschaftler bestätigten in Labortests den Verdacht eines Kinderendokrinologen, dass solche Produkte eine präpubertäre Gynäkomastie verursachen können. Der Untersuchung zufolge können Lavendel und Teebaumöl eine ähnliche Wirkung haben wie das weibliche Sexualhormon Östrogen und gleichzeitig den Effekt von Androgenen hemmen.
Der Kinderendokrinologe Clifford Bloch aus Denver hatte bei drei Jungen im Alter von vier, sieben und zehn Jahren eine Gynäkomastie diagnostiziert. Die Kinder hatten normale Hormonwerte und waren auch sonst gesund. Allerdings hatten alle drei Patienten Kosmetikartikel benutzt, die Teebaumöl oder Lavendel enthielten. Nach mehrmonatiger Meidung dieser Artikel besserten sich die Symptome.
Das "National Institute of Environmental Health Sciences" (NIEHS) ging dem Verdacht Blochs in Labortests nach und bestätigte den vermuteten Zusammenhang, wie das "New England Journal of Medicine (NEJM)" berichtet. Die Forscher empfehlen Ärzten, Gynäkomastie-Patienten danach zu fragen, was für Körperpflege- oder Kosmetikartikel sie verwenden. Wie sich Lavendel und Teebaumöl auf Mädchen, Jugendliche und Erwachsene auswirkt, ist bislang nicht bekannt.

McMahon MAS et al (2007) Habituation to sub-lethal concentrations of tea tree oil (Melaleuca alternifolia) is associated with reduced susceptibility to antibiotics in human pathogens. J Antimic Chemother 59: 125 - 127

"Widerstand im Teebaumöl" von "Bild der Wissenschaft"

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19.02.2007 / mp mit Material von ap
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