Britische Forscher befürchten Resistenz gegen Tamiflu
Der Wirkstoff gelangt ins Wasser, wo er Widerstandskräfte gegen sich verstärkt
© dpa
Der Mensch kann mit dem Grippe-Medikament Tamiflu nicht mehr behandelt werden, wenn man es zur Vorbeugung gegen die Vogelgrippe nimmt. 90 Prozent des Medikaments werden wieder ausgeschieden, haben britische Wissenschaftler aus Oxford berechnet. So gelangen Reste des Wirkstoffs ins Grundwasser, wo bereits Vogelgrippe-Viren warten, die sich dem Wirkstoff anpassen. Übers Trinken gelangen diese neuen Vogelgrippe-Viren zurück in die Vögel. Diese Varianten wären gegen Tamiflu immun.
Der Tamiflu-Hersteller, der Schweizer Konzern Roche, hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Berechnungen seien falsch. Seit knapp einem Jahr gäbe es keine Fälle mehr von resistenten Viren bei Tamiflu. Die antiviralen Medikamente Tamiflu von Roche und Relenza von "GlaxoSmithKline" gelten bei einer Grippe-Pandemie als die vielversprechendsten Mittel.
Die beiden rezeptpflichtigen Arzneien mit den Wirkstoffen Oseltamivir beziehungsweise Zanamivir werden auch Neuraminidase-Hemmer genannt. Neuraminidase ist eine Eiweißstruktur an der Virushülle. Wird diese Struktur von den Medikamenten blockiert, können neu gebildete Influenza-Viren die Wirtszelle nicht mehr verlassen. Der Erreger kann sich nicht weiter im Körper ausbreiten.
Die manchmal tödlichen Komplikationen einer echten Grippe können mit den Medikamenten verhindert werden. Bei ersten Influenza-Symptomen müssen Erkrankte innerhalb von zwei Tagen ein antivirales Mittel nehmen. Tamiflu gibt es als Tablette oder Saft, Relenza als Pulver, das inhaliert wird. Tamiflu wird wesentlich häufiger verschrieben als Relenza. Bei beiden Mitteln sind Resistenzen immer noch selten.
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10.01.2007
11.01.2007 / mp
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