Sigrid Kruse Lupe
Kinderärztin und Homöopathin Dr. Sigrid Kruse schwört auf Homöopathie
Wer heilt, hat Recht
Homöopathen kämpfen um die Anerkennung
"Unser großes Ziel ist es, die bestmögliche Therapie fürs einzelne Kind zu finden", sagt die Kinderärztin und Homöopathin Dr. Sigrid Kruse.
"Wir überlegen, welches die beste Therapie ist - die konventionelle oder die homoöpathische." Krankenkassen zahlen die homöopathische Therapie bei stationären Patienten der Kinderklinik.

Homoöpathen verweisen auf ihre eigenen Studien
"Unsere Nachweise sind schlicht und einfach die Patienten", sagt der Münchner homöopathische Arzt Wolfgang Springer. "Das System hat sich 200 Jahre lang gehalten und weltweit ausgebreitet. Das wäre nicht passiert, wenn es keine Effekte gäbe." Während das schulmedizinische System Diagnosen häufig nach fünf Minuten stellt, nehmen sich Homöopathen zumindest im Erstgespräch zwei Stunden Zeit für ihren Patienten. Erfolge sagt man der Methode vor allem bei der Behandlung chronischer Leiden wie Heuschnupfen, Neurodermitis, Migräne und Schlafstörungen nach. "Bei Studien unseres Instituts besserten sich die Symptome solcher Krankheiten bei homöopathischer Behandlung innerhalb weniger Wochen um die Hälfte", sagt Stefan Willich vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Berliner Universitätsklinik Charité. "99 Prozent der Patienten waren Chroniker, die schon seit zehn Jahren oder mehr litten. Bis zu 80 Prozent der hausärztlichen Grundversorgung lassen sich homöopathisch leisten." Oft biete die Methode Ansatzmöglichkeiten, wo die Schulmedizin versage.

Die Forschergruppe um die Apothekerin Franziska Schmidt, Prof. Karen Nieber und Prof. Wolfgang Süß vom Institut für Pharmazie der Universität Leipzig will unabhängig von jedem Placeboeffektnachgewiesen haben, dass homöopathisch verdünnte Belladonna-Lösungen in vitro einen Effekt zeigen. Belladonna wird in der Homöopathie unter anderem für Koliken in Magen-Darm-Bereich verwendet. Die Leipziger Forscher haben Daten mittels isometrischer Kontraktionsmessung gewonnen: Präparate aus dem Magen-Darm-Trakt von Ratten mit Acetylcholin oder Substanz P versetzt, die in vivo Darmbewegungen steigern können. Dementsprechend kam es auch bei den Präparaten zu Kontraktionen.

Im eigentlichen Versuch wurden in die Organbäder flüssige Belladonnaverdünnungen eingebracht, die streng nach Deutschen Homöopathischen Arzneibuch hergestellt wurden. Die Konzentration von Belladonna in der Lösung war so gering, dass die Substanz nicht mehr nachgewiesen werden konnte. Mit der homöopathischen Belladonnaverdünnung wurden die Kontraktionen der Präparate deutlich verringert, ablesbar an den auf dem Bildschirm erscheinenden Kurven. Damit sei der Wirkungsnachweis des Homöopathikums erbracht worden - so die Forscher.

Offen bleibt dabei, ob "unterhalb der Nachweisgrenze" auch bedeuten soll, dass die Konzentration der Stoffe tatsächlich bei Null gelegen hat. Auch sei zweifelhaft, so die Skeptiker, ob in-vitro-Versuche wirklich etwas über die Situation "in vivo" aussagen können.

Hinzu komme, dass Angaben fehlen, ob nicht vielleicht so viel von der Belladonna-Verdünnung (im Zweifelsfalle: "geschütteltes Wasser") hinzugekommen ist und die anregenden Wirksubstanzen damit schlicht so verdünnt wurden, dass die Kontraktionen natürlicherweise mangels Anregung nachließen.

Nach einer Untersuchung von Claudia Becker-Witt vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Berliner Charité besserten sich bei 493 Kindern und Erwachsenen nach Gabe von Homöopathika die Symptomatiken von Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Heuschnupfen und Neurodermitis. Schilderten die Kinder. Die Erwachsenen haben nur eine Besserung der Symptome beschrieben, die Ärzte gar keinen Unterschied festhalten können. Das genau sei auch das Hauptproblem solcher Studien, so die Skeptiker-Gesellschaft: Subjektive Einschätzungen seien keine Basis für eine angeblich objektive Studie. Bis heute gebe es keine randomisierte Studie, die für die Wirksamkeit von Homöopathika spreche.

Homöopathie im Fokus
Viel Lärm um nichts
Viele schwören auf Medikamente, an denen nichts dran ist - sehr zum Ärger von Wissenschaftlern, die wenig von Homöopathie halten.
Glaubenssache Es bleibt nichts übrig Wirkung? Muss nicht sein